25. Januar: „Es werde Licht. und es ward Licht!“

Als die Sonne kurz nach 9 Uhr tatsächlich Anstalten macht, die zunächst noch etwas musigen Wolken zu durchdringen, bin ich schon auf dem Weg nach Rantum… von dort aus lasse ich mich am Ebbestrand vom strammen Südwestwind Richtung Westerland treiben. Es ist nicht ganz so milde wie gestern, aber man muss ja was zum Meckern haben.

Kein Mensch – dafür entdecke ich diese Spuren eines Seehundes, der offenbar von einem noch früheren Strandläufer gestört wurde – und dann wieder abgetaucht ist:

Die Strandmüll-Hütte hält weiterhin die Stellung…:

… während etwas südlich der Oase sehr schön zu begreifen ist, was der sogenannte „Biotechnische Küstenschutz“ so bringt. Dort ist nämlich eine Arbeiter-Kolonne dabei, neue Sandfangzäune aufzuziehen – hier das Ergebnis der Bemühungen:

Ein paar hundert Meter weiter sieht man in Zäunen des letzten Jahres, was innerhalb einiger Wintermonate an Sand herbei geweht wird. Zunächst bleibt der Sand im seeseitigen Zaun hängen und bildet einen Wall, der schnell dessen Höhe überschreitet:

Wiederum einige hundert Meter weiter dann die nächste Phase: Mittlerweile hat der Flugsand den Strand vor dem eigentlichen Dünenfuß um über einen Meter erhöht. Nun wird dieser mit Strandhafer bepflanzt, der zum Einen den bereits angewehten Sand fest hält, zum Anderen weiteren Flugsand hindert, in die höheren Dünen zu fliegen – womit eine sogenannte Vordüne entstanden ist, die das Meer daran hindern kann, die eigentlichen Randdünen zu attackieren:

Auf diese Art und Weise sind – im Verbund mit den alljährlichen Sandvorspülungen – am Sylter Weststrand Vordünen von teilweise gut 50 Metern Breite und 4-5 Metern Höhe entstanden… sozusagen in Zusammenarbeit mit den Naturkräften. Das ist zwar mühevoll – aber erfolgreich.

Kommentare (2)

  1. Sehr interessant! Danke für die tollen Erklärungen, nicht zu vergessen die Sehnsüchte weckenden Bilder!
    Bis nach Kiel hat sich die Sonne heute leider nicht vorgewagt. 🙁
    Liebe Grüße,
    Laura

    • Hans Jessel

      Moin Laura! Der ewig bedeckte Himmel macht Dir auch zu schaffen, oder? Immerhin werden die Tage so gaaanz langsam spürbar länger. Aber datt duert allˋ to lang!

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