Zurück nach Sylt

Beginnen wir mal mit einem Nachtrags-Foto vom gestrigen Tag, das uns die Grandesse der vom Regen überschwemmten Schleswig-Holsteinischen Stoppel-Landschaft vor Augen führt:

Ich radelˋ von Klanxbüll über Süderlügum und Ladelund. Kurz vor Medelby schalte ich mein Fahrrad-Navi ein, das mich gleich in die komplette Pampa führt – herrlich. Über überschwemmte Feldwege erreiche ich die Grenzstrasse, der ich über Ellund und Harrislee nach Flensburg folge.

Hier ein Blick auf das Hauptgericht in dem nur für 16 Personen ausgelegten Mini-Restaurant „Le Kiosque“ in Flensburgs Apenrader Strasse, wo ich gestern mit Bloglesern der ersten Stunde zu Abend essen durfte:

Was Ihr hier seht, ist Ringelbeete (schon mal gehört?) an Limetten-Kaviar (kannte ich bislang auch nicht) und ein perfektes Kartoffelpürree.

Die heutige Rücktour findet unter noch feuchteren Bedingungen statt. Liquid sunshine vom Feinsten:

Ich erreiche den Sylt-Shuttle Plus um 12:32 Uhr. Das ist ein Schienenbus, bestehend aus zwei Waggons, der an den Autozug gekoppelt wird – und nur von echten Zugfahr-Profis überhaupt gefunden wird. In aller Kürze: Der SSP, so die Kurzbezeichnung dieses Ghost-Trains, ist auf allen Digitalschildern im Niebüller Bahnhof für Gleis 1 angekündigt. Ich bin ca. eine viertel Stunde vorher am Gleis und lausche der Durchsage, dass der Zug nun gleich einfahren werde…

Der normale Bahnkunde, der sich so langsam wundert, warum der Zug auch 5 Minuten später immer noch nicht gekommen ist, wird kaum auf die Idee kommen, dass das närrische Teil mittlerweile  gaaaaanz langsam und kaum hörbar an Gleis 3 aufgeschlagen ist, wo es maximal für drei Minuten verharrt, um dann sofort zur Autoverladerampe geschoben zu werden.

Nicht mit Hans! Nachdem mir der Train bereits vor einigen Wochen auf diese hintertücksche Art und Weise den Finger gezeigt hat, beobachte ich dieses Mal die Geschehnisse auf Gleis 3 mit Argusaugen – und sitze wenige Minuten später als einziger Fahrgast im SSP. Prüfung bestanden:

Ein Dreierkollektiv aus Zugführern bewirtschaftet den Syltshuttle Plus. Die haben stets ausgewählt gute Laune und viel Spaß. Und Fahrscheine interessieren nie(!)man(!)den. Ich habe auch keinen. Weder für mich, noch fürs Fahrrad. Großes Kino. Mein Redebeitrag, in dem ich den Dreien versichere, auch gerne in diesem Zug arbeiten zu wollen und den Rest meiner Tage passagierlos zwischen Niebüll und Westerland hin und her zu orgeln, wird mit großem Verständnis goutiert. Well done, Kollegen!

Glücklicherweise dauert eine Fahrt mit dem SSP nicht nur 35 Minuten wie bei der normalen Regionalbahn, sondern eine Stunde. Da bleibt genug Zeit, die Lahnungen zu zählen, die links und rechts des Hindenburgdammes ins graue Watt fingern:

Mein Rad sieht aus wie Sau. Kein Wunder, wenn man begeistert mit 25 Klamotten durch überschwemmte Matschwege fräst. DAS hat mal wieder richtig Spaß gemacht!

 

 

 

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