Titelfoto: Erste Sonnenstrahlen nach langem Regen. Das geniessen Mensch und Tier.
Bevor ich über meine heutige Unternehmung berichte, bitte noch den Rest des gestrigen Beitrags inhalieren, please. 😉 Da gibt es was zum Lachen…
Am heutigen Morgen finde ich mich bereits um 5:45 Uhr am Busbahnhof von Gáldar ein, frei nach dem Motto: Sicherheitshalber einen früheren Bus nach Las Palmas nehmen, um den dortigen Umstieg nicht zu verpassen. Und tatsächlich: Hätte ich die von der hiesigen Bus-App vorgeschlagene Verbindung gewählt, wär’s das gewesen mit der spektakulärsten Wanderung…
Auch der zweite Umstieg in AGÜIMES klappt reibungslos, so dass ich mich auf dem nachfolgenden Foto um 8:50 Uhr bereits kurz vor SAN BARTOLOMÉ befinde:

Das Wetter spielt abermals mit – so scheint es jedenfalls zu dieser Stunde. Eine kleine organisatorische Änderung noch: Während ich mich auf unserer ersten Etappe zwischen GÁLDAR und CRUZ DE TEJEDA auf mein Komoot-Navi verliess, dass mich wirklich perfekt manövrierte, nehme ich heute mal meinen Rother Wanderführer ins Reisegepäck:

In San Bartolomé angekommen, gibts schnell noch ein Käffchen und ein paar Kekse auf die Hand. Um 9:30 Uhr ist Abmarsch angesagt, denn ich muss bis um 15:18 Uhr am Ziel sein, um den Bus für die Rücktour über SAN MATEO noch zu erwischen.
Was offenbar auch nicht zum Problem wird, denn ich verabreiche mir eine Fotografier-Askese(!) bis zum CRUZ GRANDE, gehe in strammem Tempo und absolviere einige Streckenabschnitte sogar im Laufschritt. Somit erreiche ich dieses Zwischenziel bereits nach 45 Minuten, und nicht in der doppelten Zeit, wie im Führer angegeben.
Der versprochene steile Streckenabschnitt führt mich im Folgenden – über mehrere Kilometer Wegstrecke – in heftigen Serpentinen in die Höhe. Mir fällt dabei auf, dass sich der Himmel in Windeseile zugezogen hat:

Foto: Aufstieg vom Cruz Grande – Jakobsweg vom Feinsten!
Man beachte: Dieser „Königsweg“ ist zwar partiell kaum noch als solcher zu erkennen…:

… hat aber andererseits mordsspektakuläre Highlights zu bieten:

Genau eine Stunde benötige ich für die 500 Höhenmeter. Leider ist an eine kurze Rast nicht zu denken, denn genau mit meiner Ankunft fängt es an zu nieseln, und ein mächtig kalter Wind fegt mir von der Hochebene ins Gesicht. Dazu verfranse ich mich noch, denn ich steuere zielstrebig auf das Steinmännchen in der Mulde (links der Bildmitte) zu, bis ich – im mittlerweile strömenden Regen – meinen Irrlauf bemerke und im Wanderführer lese, dass ich Richtung Wald, also nach rechts gehen soll:

Bis zu meinem heutigen Ziel hört der Regen nicht mehr auf. Ich habe meinen bewährten „Pilgerponcho“ übergestreift, der auch meinen kleinen Rucksack vor Durchnässung schützt, und muss laut lachen bei der Vorstellung, wie ich rotes Wichtelmännchen – auf sicherem Grund weiterhin im Laufschritt – durch den Nebelwald husche:

An Fotografieren ist kaum zu denken, hauptsächlich wegen der nassen Hände. Zwar trage ich ein kleines Handtuch mit mir unterm Poncho, aber die Hände sind zu schnell wieder nass – leider:
Dafür freue ich mich über gelegentliche Wegweiser, die mich sicher durch die Nebellandschaft führen – insgesamt definitiv ein großartiges Erlebnis, SO kannte ich Gran Canaria bislang nicht:

Ich erreiche CRUZ DE TEJEDA bereits um kurz nach 13:30 Uhr. Und Ihr glaubt‘s nicht: Mit meinem Ankommen lockert es von Westen her auf…:

… und ich gönne mir einen starken Kaffee und ein kräftigendes Mahl im PARADOR:

Boah, watt köstlich!