28. August: Grüße von meiner Buhnen-KI! ;-)

Es hat nahezu überhaupt nicht geregnet in der Nacht. Fast alle Regenwolken sind unmittelbar an der Insel vorbeigezogen (Trauer-Emoji). Und heute morgen folgt ein grauer Morgen, der mich beim Blick in den Garten…:

… ziemlich ratlos zurücklässt, ob und was es zu fotografieren gäbe.

Da kommt mir die Idee mit der Buhne – dem heutigen Titelbild. Dazu möchte ich sagen, dass ich – ganz generell – die digitale Technik dazu nutze, meine fotografierten RAW – Daten dahingehend zu „entwickeln/bearbeiten“, dass diese der erlebten Naturstimmung möglichst nahe kommen. Das nimmt in der Regel zwei bis drei Minuten pro Motiv in Anspruch. Das heutige graue Wetter macht jedoch niemanden fröhlicher, weshalb ich mein geknipstes Buhnenbild mal richtig aufpeppe – nach fünfzehn Minuten Herumschrauberei mit obigem Ergebnis. Was sagt Ihr? Ziemlich abgefahren, oder? Also mir gefällt‘s, mal so unter uns. Es stimmt mich allerdings auch nachdenklich, denn sooo knackig sah es ja überhaupt nicht aus – in natura. Egal – den Versuch war’s mal wert.

Die Tristesse bei leichtem Niesel, ebenfalls leicht aufgepeppt…:

… und nochmals stärker bearbeitet bei folgendem Bild vom Surfcup:

Wenn ich ständig so arbeiten würde, könnte ich – wetterunabhängig – sicher viele tolle Fotos machen, die irgendwie auch faszinieren. Aber, keine Sorge, das ist ja überhaupt nicht mein Ansatz, geht es mir doch darum, die Natur sprechen zu lassen, und nicht die digitale Technik – was allerdings zunehmend aus der Mode kommt.

Auf einer Feier im Freundeskreis treffe ich abends meinen Verleger Frank Rosemann, mit dem ich meine vier Sylt-Kalender produziere… seit mittlerweile über vierzig Jahren. Er berichtet, dass die Verkäufe weiterhin auf hohem Niveau bleiben – im Gegensatz zum Buchgeschäft, das stark rückläufig ist. Wir profitieren von einem wirklich großen Fan-Kreis, den wir über die Jahrzehnte aufgebaut haben. Und der es uns ermöglicht, genauso weiterzuarbeiten wie bisher. Und wie unsere Ausstellung sämtlicher bislang produzierter Kalender in der ‚Stadtgalerie Alte Post‘ vor Jahren zeigte, hat sich mein „ehrlicher“ Fotografierstil über die Jahrzehnte trotz der geradezu dramatischen Veränderungen von der analogen zur digitalen Technik überhaupt nicht verändert.

Wenn ich auf etwas stolz bin, dann darauf, meinem Stil stets treu geblieben zu sein. Und so soll es auch bleiben: Ich entwickel‘ meine Syltbilder nicht am Computer, sondern in der Auseinandersetzung mit der Natur. Draußen – vor Ort. Und so soll es auch bleiben.

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