{"id":1039,"date":"2017-05-17T16:24:13","date_gmt":"2017-05-17T16:24:13","guid":{"rendered":"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=1039"},"modified":"2017-05-17T17:30:10","modified_gmt":"2017-05-17T17:30:10","slug":"das-leben-ein-ponyhof","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/das-leben-ein-ponyhof\/","title":{"rendered":"Das Leben &#8211; ein Ponyhof?"},"content":{"rendered":"<p>Mitnichten! Einen Aufenthalt in einem Caravan auf dem &#8222;Campeggio Pilzone&#8220; muss man sich, von Bellano kommend, hart erarbeiten&#8230;<\/p>\n<p>Aber fangen wir von vorne an: Ich verlasse Bellano kurz vor 9 Uhr &#8211; hier ein Blick zur\u00fcck auf diesen sympathischen Ort:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1042\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0447.jpg\" alt=\"\" width=\"2432\" height=\"799\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0447.jpg 2432w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0447-300x99.jpg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0447-768x252.jpg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0447-1024x336.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2432px) 100vw, 2432px\" \/><\/p>\n<p>Da bimmelt mein Handy. Ne WhatsApp von Sonia, der reizenden, ca. 35-j\u00e4hrigen Chefin vom Poggio Solivo, die bei mir ohnehin ein Stein im Brett hat wegen des Weines gestern abend &#8211; und sich beim Fr\u00fchst\u00fcck als italienisches Ebenbild von Anke Engelke pr\u00e4sentiert. Da wird selbst der verstockte Friese schon mal geschmeidig. Naja sie schreibt, es sei ja nett gewesen, und es w\u00e4re sch\u00f6n, wenn ich mal wieder k\u00e4me. DAS w\u00fcrde ich mal als vollendete Gastfreundschaft werten, zumal sie mir p\u00fcnktlich um 8 Uhr, wie gew\u00fcnscht, ein Fr\u00fchst\u00fcck der absolut unitalienischen Art offeriert, und zwar mit frischem Bananen, Apfelsinen, Joghurt etc. pp.. Top-frische Croissants mit Schinken\/K\u00e4se und frisch gepresstem Pampelmusensaft sowieso. Als ich nur noch staune, h\u00f6re ich aus ihrer \u00a0Antwort sowas raus wie &#8222;Alpi traversi&#8220; oder so, was wohl bedeuten soll, dass ich nach diesem Fr\u00fchst\u00fcck locker \u00fcber die Alpen kommen m\u00fcsste. Woher weiss sie DAS denn nun schon wieder!? Sollte ich damit angegeben haben? \ud83d\ude09 Ich f\u00fcrchte, wir werden es nie erfahren&#8230; \ud83d\ude41<\/p>\n<p>Aber Bellano, und im Speziellen das &#8222;B&amp;B Poggio Solivo&#8220;, sind eine Reise wert &#8211; und vielleicht mieten WIR (also die eifrigsten Blog-Gourmets!) uns da mal f\u00fcr ein paar Tage ein!? Das kann ich mir ja schon mal zum 70. w\u00fcnschen&#8230;<\/p>\n<p>Aber ich schweife ab. Die Strassenverh\u00e4ltnisse am Ufer des Comer Sees und insbesondere auf den letzten 20 km vor BERGAMO sind &#8222;prek\u00e4r&#8220; &#8211; so sagt man\/frau wohl heute. Ich f\u00fchle mich an schlimmste Vorkommnisse auf meiner Liegerad-Sylt-Santiago de Compostela-Tour erinnert. Komplett br\u00fcllender Schwerlast-Verkehr, und in den pausenlosen Kreiseln herrscht der jeweils St\u00e4rkere. Ein vorsichtiger Mensch h\u00e4tte heute die H\u00e4lfte der Strecke geschoben. Ein Lastwagen erwischt mit um Haaaresbreite mit seinem Ausleger ( weil er mich gerade \u00fcberholte, just in DEM Moment aber ein anderer Laster um die Ecke geschossen kommt ), denn die Strassen sind auch durchg\u00e4ngig viel zu eng f\u00fcr diese Kolosse. Sehr gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig auch die Motorroller und -r\u00e4der, die wie zum Spa\u00df im Slalom durch das ohnehin schon un\u00fcberschaubare Strassen-Chaos flitzen. Italien eben &#8211; aber andererseits fahren \u00fcberall Rennradler rum, die das ganze Trara nicht zu st\u00f6ren scheint, und die ja ebenfalls noch leben, so wie ich hier auf dem Campeggio Pilzone in Angesicht des Lago Iseo. *freu*<\/p>\n<p>Jedenfalls erreiche ich Bergamo um 12:30 Uhr, im Volksmund auch &#8222;Mittagszeit&#8220; genannt. Ich tr\u00e4ume schon seit Stunden von einem schattigen Terrassen-Restaurant und finde dieses punktgenau in der &#8222;Citt\u00e1 Alta&#8220;, was nicht etwa &#8222;Altstadt&#8220; heisst, sondern, glaube ich, eher &#8222;Hohe Stadt&#8220;: Die Altstadt von Bergamo befindet sich n\u00e4mlich, echt Helgoland-m\u00e4\u00dfig, auf einem schroffen H\u00fcgel &#8211; es f\u00fchrt sogar ein Aufzug herauf, wie ich leider erst bei der Abfahrt registriere. Um hoch zu kommen, benutze ich erstmals auf dieser Tour die &#8222;Sport&#8220;-Einstellung meines eBikes. Die Alternative w\u00e4re gnadenloses Schieben \u00a0gewesen. Jedenfalls lande ich am pittoresken Marktplatz und lasse mich im optisch am meisten ansprechenden Restaurant auf dem schattigsten Platz nieder:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1043\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0448.jpg\" alt=\"\" width=\"2432\" height=\"1397\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0448.jpg 2432w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0448-300x172.jpg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0448-768x441.jpg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0448-1024x588.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2432px) 100vw, 2432px\" \/><\/p>\n<p>There we are! Mein Fahrrad, so ziemlich das beste der Welt, lasse ich never aus den Augen&#8230; siehe gelbe Radtasche rechts. \u00a0Dr\u00fcben aus dem Funicolare ergiesst sich enagierte Live-Musik \u00fcber den Platz, die Stimmung ist mediterran-relaxed, ich bin aus der Sonne raus&#8230; warum ich mir jedoch zum Essen ein WASSER bestelle, begreife ich bis jetzt nicht. Jedenfalls kam der hochgradig erfreuliche superk\u00fchle Wei\u00dfwein nur Sekunden nach diesem Foto &#8211; ich schw\u00f6r&#8217;s!<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1044\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0449.jpg\" alt=\"\" width=\"1836\" height=\"3264\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0449.jpg 1836w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0449-169x300.jpg 169w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0449-768x1365.jpg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0449-576x1024.jpg 576w\" sizes=\"auto, (max-width: 1836px) 100vw, 1836px\" \/><\/p>\n<p>Die hausgemachten Tortellini werde ich bis zu meinem Lebensende nicht vergessen &#8211; prego!<\/p>\n<p>Es liegen noch gute 40 km vor mir, und die Sonne knallt. Na toll, ich wollte es ja so. Bei der Ausfahrt aus Bergamo verfranse ich mich mehrmals, denn meinem Handy, und damit dem treuen Navi, geht die Puste aus, und ich mache es nur noch alle paar Kilometer an, wenn ich \u00fcberhaupt nicht mehr wei\u00df, wo ich bin.<\/p>\n<p>So erreiche ich Pilzone, und den gleichnamigen Campeggio, auch erst um nach 16 Uhr, und nach immerhin 114 absolvierten Kilometern, davon mindestens 80 km unter Kamikaze-Bedingungen.<\/p>\n<p>Das Titelbild zeigt mich \u00fcbrigens nach dem verdienten Bad im See, der zu meiner Verbl\u00fcffung schon mindestens 18 Grad hat.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1041\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0446.jpg\" alt=\"\" width=\"2432\" height=\"1825\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0446.jpg 2432w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0446-300x225.jpg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0446-768x576.jpg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/IMG_0446-1024x768.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2432px) 100vw, 2432px\" \/><\/p>\n<p>Ich schreibe diese Zeilen vor meinem Caravan. Und zur Belohnung hole ich jetzt die gestern abend \u00fcbrig gebliebene halbe Flasche von Sonia aus der K\u00fchlung und sto\u00dfe &#8211; virtuell &#8211; mit Euch an. &#8222;Salute!&#8220; schallt es \u00fcber die Alpen vom Iseo See.<\/p>\n<p>Nachtrag: Als ich an der Rezeption des Campingplatzes vorfahre, tritt mir das italienische Pendant von Manfred Degen entgegen und sagt, auf Englisch, &#8222;Hello, you are Mr. Jessel, I think. Come, and sit down!&#8220; Und ich bekomme einen Cappuccino und ein gro\u00dfes Mineralwasser aufs Haus. Ich sah wohl etwas fertig aus&#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitnichten! Einen Aufenthalt in einem Caravan auf dem &#8222;Campeggio Pilzone&#8220; muss man sich, von Bellano kommend, hart erarbeiten&#8230; Aber fangen wir von vorne an: Ich verlasse Bellano kurz vor 9 Uhr &#8211; hier ein Blick zur\u00fcck auf diesen sympathischen Ort: Da bimmelt mein Handy. 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