{"id":17979,"date":"2024-06-18T18:34:19","date_gmt":"2024-06-18T18:34:19","guid":{"rendered":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=17979"},"modified":"2024-06-18T18:34:19","modified_gmt":"2024-06-18T18:34:19","slug":"18-juni-die-versprochene-engadin-nachlese","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/18-juni-die-versprochene-engadin-nachlese\/","title":{"rendered":"18. Juni: Die versprochene Engadin &#8211; Nachlese"},"content":{"rendered":"<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ich muss lange \u00fcberlegen, will ich mich an eine Reise erinnern, die derart nachdr\u00fcckliche Eindr\u00fccke hinterlie\u00df. Ich laufe hier am Strand entlang und habe immer noch diesen zauberhaften Anstieg zum Costainas-Pass vor Augen, und dann diese unfassbar bunten Alpenblumenwiesen\u2026 naturgesch\u00fctzte, seltene Pflanzen zu Tausenden &#8211; wie eingraviert ins Gehirn sind mir diese Bilder.<\/span><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-17980\" src=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_9580.jpeg\" alt=\"\" width=\"1100\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_9580.jpeg 1100w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_9580-300x218.jpeg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_9580-1024x745.jpeg 1024w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2024\/06\/IMG_9580-768x559.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1100px) 100vw, 1100px\" \/><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Angelika Overath schreibt in ihrem lesenswerten Buch \u201eGebrauchsanweisung f\u00fcr das Engadin\u201c, da\u00df diese Hochgebirgs-Landschaft \u201ereligi\u00f6se Gef\u00fchle\u201c auszul\u00f6sen vermag. Die Erhabenheit der Berge mit ihren vereisten oder zumindest schneebepuderten Graten, die dazu maximal kontrastierenden Wiesen, die \u201eSauberkeit\u201c der Landschaft mit nur geringsten menschlichen Einfl\u00fcssen &#8211; das ist f\u00fcr Menschen wie mich ein Eingangstor ins Paradies. Denn die Auseinandersetzung mit dem Sublimen und der Sch\u00f6nheit, das ist schlie\u00dflich mein Lebensthema. Und deshalb m\u00f6chte ich nat\u00fcrlich mehr davon. Erste Planungen gibt es bereits\u2026<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wieder zeigt sich auch, da\u00df eine Weit-bzw. Streckenwanderung eine bestm\u00f6gliche Auseinandersetzung mit der Landschaft \u2026 und sich selbst\u2026 forciert. Um Letzteres kommt man gar nicht drum herum. Und wenn<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0 <\/span>ich vorher gewusst h\u00e4tte, wie gut ich am Ende meiner Tagesetappen jeweils h\u00e4tte unterkommen k\u00f6nnen, h\u00e4tte ich auch kein festes Hotel gew\u00e4hlt. Andererseits dienten mir die langen R\u00fccktouren per Postauto (Bus) und Bahn aber ja auch dazu, das Unterengadin besser kennenzulernen, war ich die letzten Male doch stets im Oberengadin unterwegs.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wenn ich auf meinen Wanderungen auf Menschen traf, war es stets mein Bestreben, das Gespr\u00e4ch zu suchen. Und erlebte die Schweizer (es waren tats\u00e4chlich ausschlie\u00dflich Schweizer, mit denen ich sprach\u2026) einmal mehr als wohltuend h\u00f6flich, um das Wort bedacht und entspannend unaufgeregte Zeitgenossen, die ihr Land und diese Landschaft wirklich sch\u00e4tzen. Auch von beh\u00f6rdlicher Seite ist man sich des Schatzes bewusst, den man auch dementsprechend sch\u00fctzen m\u00f6chte. W\u00fcrde es doch endlich auch bei uns ein komplettes(!) Hundeverbot im Nationalpark Wattenmeer geben &#8211; wie im Schweizerischen Nationalpark. Und am Strand gleich dazu! Dann w\u00fcrde sofort auch die Brutvogelwelt profitieren, wie es sich ja bereits innerhalb der \u201eStrandinseln\u201c zeigt, die in j\u00fcngster Zeit an entlegeneren Strandabschnitten Sylts eingerichtet wurden. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Ein entz\u00fcckendes Erlebnis bekam ich bei einer Postauto-Fahrt serviert: Eine Gruppe von ca. 15 Sch\u00fcler*Innen im Alter von 8-9 Jahren st\u00fcrmt den Bus und alle plabbern in der drauffolgenden Viertelstunde um mich herum in flie\u00dfendem R\u00e4toromanisch. Tja, obwohl nahezu ausschlie\u00dflich im Kanton Graub\u00fcnden gesprochen, wurde das R\u00e4toromanische zur vierten offiziellen Landessprache(!) erhoben. In Graub\u00fcndner Kinderg\u00e4rten und Grundschulen wird in R\u00e4toromanisch unterrichtet. So erh\u00e4lt man eine der \u00e4ltesten Sprachen im Europ\u00e4ischen Kulturraum. Kein Wunder, da\u00df sich portugiesische \u201eGastarbeiter\u201c in Graub\u00fcnden schon immer besonders wohl f\u00fchlten: Die konnten sich mit den Einheimischen innerhalb k\u00fcrzester Zeit verst\u00e4ndigen, ist doch das R\u00e4toromanische eine der Ursprachen &#8211; auch des Portugiesischen. Und des Italienischen, Spanischen etc. pp..<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Die Gesamtkosten dieser insgesamt achtt\u00e4gigen Reise betrugen knapp \u00fcber eintausend Euro, alles eingerechnet. Das ist nicht wenig, aber f\u00fcr das, was mir geboten wurde, weit mehr als okay.<\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\">Wer nicht fliegen m\u00f6chte, aber einen \u201eTapetenwechsel\u201c sucht, dem kann ich die Schweiz als Reiseland unbedingt empfehlen.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich muss lange \u00fcberlegen, will ich mich an eine Reise erinnern, die derart nachdr\u00fcckliche Eindr\u00fccke hinterlie\u00df. 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