{"id":2050,"date":"2017-08-08T17:11:08","date_gmt":"2017-08-08T17:11:08","guid":{"rendered":"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=2050"},"modified":"2017-08-08T17:11:08","modified_gmt":"2017-08-08T17:11:08","slug":"akkus-wieder-aufgeladen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/akkus-wieder-aufgeladen\/","title":{"rendered":"Akkus wieder aufgeladen"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 naja, zumindest etwas. Eigentlich nur der, der tagt\u00e4glich Foto-kreativ t\u00e4tig ist, kann nachvollziehen, wie wirksam es gelegentlich sein kann, die eigene Leistungsf\u00e4higkeit durch das Betrachten \u201efremder\u201c Bilder wieder zu reaktivieren. Bei mir funktioniert`s jedenfalls: Ich stelle mir beispielsweise vor, wie es dem Fotografen im Moment des Ausl\u00f6sens gegangen sein mag: Ging es ihm wie mir (meistens ;-)), dass ich im diesem Moment allerh\u00f6chster und angespanntester Konzentration genau wusste, \u201eDAS war jetzt das Highlight!\u201c &#8211; lediglich von der kleinen Verunsicherung begleitet, ob in der Hektik auch alle Voreinstellungen an der Kamera ohne eine irrt\u00fcmliche Ver\u00e4nderung in letzter Sekunde \u00fcbertragen wurden &#8211; , oder hat er sich noch bis zur Entwicklung des Filmes herumplagen m\u00fcssen mit dem kaum auszuhaltenden Gedanken, dass eine ggf. zu lange Belichtungszeit dem sich bewegenden Hauptsujet die Sch\u00e4rfe geraubt\u2026 und sich das ersehnte Ergebnis letztlich als Fall f\u00fcr den Papierkorb empfohlen h\u00e4tte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2054\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_1285.jpg\" alt=\"\" width=\"1426\" height=\"802\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_1285.jpg 1426w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_1285-300x169.jpg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_1285-768x432.jpg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/IMG_1285-1024x576.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1426px) 100vw, 1426px\" \/><br \/>\nSolche Dinge habe ich nat\u00fcrlich in den nun fast 4 Jahrzehnten meines fotografischen Wirkens in allen Varianten durchgespielt: Beispiel gef\u00e4llig? Bei einer \u00fcber alle Ma\u00dfen grandiosen Wolken-Wetterlage hatte ich in gro\u00dfer Hektik, und ausschlie\u00dflich auf das Ergebnis fokussiert, einen ganzen Film durchgeballert, mich zunehmend wundernd, warum die Kamera auch noch bei Bild 40 sorgenfrei ausl\u00f6ste\u2026 tja, weil ich die Filmlasche in der ganzen Aufregung nicht richtig in die Aufrollspule eingedr\u00f6selt hatte &#8211; und somit der Film nicht transportiert und nicht ein einziges Bild belichtet wurde. Ganz toll! Aus Gr\u00fcnden des Selbstschutzes h\u00f6re ich nach diesem &#8222;Fall Eins\u201c lieber auf mit dem Breittreten meiner angeh\u00e4uften Missgeschicke in Sachen Fotografie, denn ich sitze im Zug zur\u00fcck nach Sylt &#8211; voller Tatendrang f\u00fcr die n\u00e4chsten Tage, und mir bleibt noch heute stantep\u00e9 das Herz stehen, wenn ich an all die durch eigene Schusseligkeit versaubeutelten Fotos denke. Zugegeben, derlei unliebsame Vorkommnisse sind seltener geworden\u2026 aber alle paar Wochen leiste ich mir mal einen Faux Pas, getreu nach dem Schlagwort von Wim Wenders, dass die &#8222;nicht gemachten Fotos stets die besten\u201c seien.. hoho. Danke f\u00fcr den Hinweis, alter Meister!<\/p>\n<p>Oder ich stelle mir beim Betrachten eines gro\u00dfformatigen Prints des Fotografen Hans-Christian Schink, aufgenommen in Japan ein Dutzend Wochen nach dem Tsunami vom 11. M\u00e4rz 2011 vor, wie er die Entdeckung dieser gigantischen Location innerlich gefeiert haben mag: Von einem steilen H\u00fcgel &#8211; dem von den Wassermassen unbeleckten Friedhof der einstigen Stadt &#8211; l\u00e4sst er den Betrachter in diesem Foto \u00fcber den komplett bis auf die Bodenplatten zerst\u00f6rten Ort hinunter blicken, in dem sich auch Monate nach dem Desaster nur wenig Leben r\u00fchrt. Selten habe ich das Drama um Leben und Tod, die \u201eIronie des Schicksals\u201c so bildstark in einem Foto transportiert gesehen &#8211; wie gestern in der Berlinischen Galerie in der Ausstellung \u201eDie fotografierte Ferne&#8220;. F\u00fcr mich eine Bildidee, die sich an diesem Ort und zu dieser Zeit optimal umsetzen lie\u00df. Bravo, aber ehrlich!<\/p>\n<p>Tja, und sooooo schleppe ich selber einen gelegentlich \u00fcbergro\u00dfen Rucksack an Foto-Ideen mit mir herum (wenn auch weniger martialischen Inhalts) &#8211; immer auf den Moment lauernd, wann und wo sich diese oder jene, oder jene, oder eben jene Situation verwirklichen k\u00f6nnte. Diese irrlichtartig vor meinem geistigen Auge herumflackernden Geister traktieren mich derweilen so sehr, dass ich die Insel besser mal schnell und fluchtartig verlasse, weil ich mich nur jenseitig des Hindenburgdammes von diesen nervigen Gesellen befreien kann\u2026 und mich mit diesen am besten wieder vers\u00f6hne, wenn ich Fotografien mit ikonographischer Kraft von ebensolchen Kollegen des Bildschaffens betrachte &#8211; lange, tief und mega betroffen.<\/p>\n<p>Der Kurztrip ins Berlinische hat sich also gelohnt &#8211; zumal die Fotoflut in der Sonderausstellung des Deutschen Historischen Museums wirklich Tsunami-m\u00e4\u00dfig daherkam. Nun aber ist Sylt bereits fast in Sichtweite, und das Rumgeplabbere soll ein Ende haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 naja, zumindest etwas. 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