{"id":23273,"date":"2026-01-30T16:52:12","date_gmt":"2026-01-30T16:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=23273"},"modified":"2026-02-03T14:49:40","modified_gmt":"2026-02-03T14:49:40","slug":"30-januar-paris-schnippsel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/30-januar-paris-schnippsel\/","title":{"rendered":"30. Januar bis 3. Februar: Paris &#8211; Schnippsel"},"content":{"rendered":"<p>\u2026 unter dieser \u00dcberschrift werde ich ab heute an dieser Stelle einige Infos, Gedanken und Geschichten zu meiner Parisreise nachliefern.<\/p>\n<p>Zuallererst zu den von mir angeprangerten \u201ebrutalen Darstellungen\u201c in der NOTRE DAME &#8211; Kathedrale: Der jedem wahren Christen bekannte \u201eKindermord von Bethlehem\u201c hat mitnichten etwas mit Islamisten zu tun, sondern sie verstehen sich als geschnitzte biblische Geschichte &#8211; erz\u00e4hlt mir die bibelfeste Blogleserin Karin anl\u00e4\u00dflich meines heutigen Besuchs. Bevor ich dazu nun selber ins Detail gehe, lest doch bitte nachfolgende Mitteilungen aus kundigerer Hand:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-23275\" src=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4410.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1100\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4410.png 800w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4410-218x300.png 218w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4410-745x1024.png 745w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4410-768x1056.png 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Puuuuh, das war ein Schnitzer. Nun hoffentlich ausreichend korrigiert. Ob dieser Kindermord tats\u00e4chlich so stattgefunden hat, darum streiten sich die Gelehrten noch.<\/p>\n<p>Paris-Schnippsel 2: Das Bistrot La Mascotte<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-23184\" src=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4340.jpeg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"1100\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4340.jpeg 800w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4340-218x300.jpeg 218w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4340-745x1024.jpeg 745w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2026\/01\/IMG_4340-768x1056.jpeg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/p>\n<p>Keinen Steinwurf von meinem Hotel in der Rue des Abbesses entfernt, besuchte ich gleich am ersten Morgen das kleine BISTROT LA MASCOTTE &#8211; nicht zu verwechseln mit der BRASSERIE gleichen Namens direkt nebenan. In diesem Bistrot genoss ich das beste Croissant meines Lebens, vous vous souvenez\/Ihr erinnert Euch?<\/p>\n<p>Als erfahrener Alleinreisender suche ich stets gleich nach meiner Ankunft in einem fremden Umfeld nach Lokalit\u00e4ten, in denen ich mir vorstellen k\u00f6nnte, mich gerne aufzuhalten. Ein Gr\u00e4uel sind mir dabei touristische Nepp-Schuppen, erkennbar im schlimmsten Falle an Aufstellern mit Abbildungen der angebotenen Gerichte. Willkommen erscheinen mir dagegen kleine \u00d6rtlichkeiten mit erkennbarem Lokalkolorit. Im Falle eines idealen Pariser Bistrots erkenne ich Letztere an folgenden Eigenschaften: Das Lokal hat eine Theke, und an dieser Theke stehen Einheimische gemischten Alters &#8211; und(!) beiderlei Geschlechts. Und wenn dann noch Handwerker in Berufskleidung zu den Besuchern geh\u00f6ren, z\u00e4hlt diese Kneipe zu meinem Favoritenkreis. So schnell geht das. All\u2018 das fand ich beim abendlichen Vorbeischlendern und einigen Blicken von au\u00dfen in diesem Bistrot geboten. Und freute mich bereits beim Zubettgehen auf meinen morgendlichen Besuch im La Mascotte\u2026<\/p>\n<p>Ich \u00f6ffne die T\u00fcr zum LA MASCOTTE um 7:30 Uhr. Eine gewagte Zeit, zeigen Einheimische in von Touristen stark besuchten Orten doch in der Regel wenig Begeisterung, wenn sie nicht einmal an fr\u00fchen Morgenden unter sich sein k\u00f6nnen. 16 Augen schauen mich an, noch bevor die T\u00fcr wieder ins Schloss f\u00e4llt. Die ausgesprochen quirlige junge Dame hinter der Theke gr\u00fc\u00dft mich ausgesprochen freundlich mit einem \u201eBonjour Monsieur, que d\u00e9sirez-vous?\u201c, und ich nutze die Gelegenheit, gleich zur Theke durchzugehen und einen Caf\u00e9 und ein Croissant zu bestellen, nicht ohne f\u00fcr alle Anwesenden radebrechend hinzuzuf\u00fcgen, dass leider mein Franz\u00f6sisch sehr schlecht sei. Worauf \u201eAudrey\u201c gleich fragt, woher ich denn k\u00e4me. \u201eD\u2018Allemagne\u201c antworte ich etwas wahrheitsgem\u00e4\u00dfer. Was ich nicht erz\u00e4hle, ist, da\u00df ich Franz\u00f6sisch ziemlich gut verstehe, hihi.<\/p>\n<p>Direkt neben mir stehen zwei Arbeiter von der Baustelle gleich gegen\u00fcber, deren Unterhaltung ich entnehme, da\u00df sie noch auf eine Lieferung warten, bevor sie ihre Arbeit fortsetzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zwei weitere Tresenpl\u00e4tze werden belegt von einer etwa 80-j\u00e4hrigen Dame und \u2026 ihrem Hund mops\u00e4hnlichen Aussehens, der sich auf der zu kleinen Sitzfl\u00e4che des Hockers nur mit M\u00fche halten kann, daf\u00fcr aber in Minutenabst\u00e4nden irgendwelche Kekse ins Maul gesteckt bekommt, um noch ein wenig durchzuhalten.<\/p>\n<p>Auf dem sechsten und mir entferntesten Tresenplatz sitzt ein j\u00fcngerer Mann um die 30 Jahre, Typ Bankangestellter, vertieft in die tagesfrische Montmartre-Gazette, und &#8211; wie alle einschlie\u00dflich mir &#8211; gelegentlich am Espresso nippend.<\/p>\n<p>Am Fenstertisch unterh\u00e4lt sich ein mittelaltes Ehepaar, das um 8 Uhr einen Termin bei einem Architekten hat, und gerade hier die Zeit \u00fcberbr\u00fcckt\u2026 und dann kommt noch ein sicher Ende 80 Jahre alter Herr mit langem schludderigen Mantel und komplett zerzottelten schulterlangen Haaren herein, den ich zun\u00e4chst f\u00fcr einen Clochard halte, der aber wahrscheinlich doch eher ein im Alter etwas hinf\u00e4lliger Universit\u00e4tsprofessor ist. Audrey nimmt ihn n\u00e4mlich gleich in Empfang und geleitet ihn an den zweiten Fenstertisch, wo sie eine weitere Caf\u00e9- Bestellung entgegen nimmt.<\/p>\n<p>Gerade geht sie zur Theke zur\u00fcck, da passiert\u2018s: Zun\u00e4chst ein helles S\u00e4useln, dann ein veritables Knattern verr\u00e4t einen kr\u00e4ftigen Furz des \u00fcberf\u00fctterten Mopses, der vor lauter Schreck r\u00fcckw\u00e4rts vom Hocker st\u00fcrzt und eine Wolke \u00fcbelster Darmgase in die Runde entl\u00e4sst. Zapperlott! Die Tresen-Truppe springt auf und entfernt sich sprunghaft von diesem Ort des Grauens, Audrey rei\u00dft die T\u00fcr auf und f\u00e4chelt die Luftverpestung auf die arme Rue des Abbesses, der Professor kichert lauthals, der Bankangestellte wirft einen Euro f\u00fcnfzig auf den Tresen verl\u00e4sst das Lokal mit zugekniffener Nase\u2026 und Hans? Der freut sich schon auf morgen fr\u00fch, zu gleicher Uhrzeit an gleicher Stelle.<\/p>\n<p>Was mir auff\u00e4llt: Jeder kennt hier jeden. Diese Vermutung best\u00e4tigen meine Besuche an den kommenden beiden Morgenden, an denen ich sowohl den Professor als auch die komplette Thekenbelegschaft wiedertreffe.<\/p>\n<p>Am Donnerstag, meinem Abreisemorgen, begr\u00fc\u00dft mich Audrey mit den Worten: \u201eBonjour Monsieur, un caf\u00e9, un croissant?\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Paris Schnippsel 3: Der H\u00fctchenspieler vom Trocad\u00e9ro<\/p>\n<p>Auf meinem langen Paris-Spaziergang am Mittwoch letzter Woche erklimme ich gerade die untersten Stufen hinauf zum TROCAD\u00c9RO, als mir in einem toten Winkel etwas abseits der Treppe eine kleine Menschentraube auff\u00e4llt. Aus einer etwas erhabenen Position beobachte ich aus nur zehn Metern Entfernung einen H\u00fctchenspieler, der &#8211; ausgesprochen flink &#8211; drei Pappbecher auf einer glatten Fl\u00e4che jeweils gute 10 Sekunden herumrochiert, dann in die Runde blickt, schnell von einem Mitspieler &#8211; der zu wissen meint, unter welchem Becher sich die kleine Styroporkugel letztlich befindet &#8211; einen 50 Euro Schein kassiert. Der Zahlende darf daraufhin einen der Becher anl\u00fcpfen\u2026 und hat richtig getippt! Schnell bekommt dieser 100 Euro ausgezahlt.<\/p>\n<p>Tolles Spiel irgendwie, haha. Vielleicht sollte ich auch mal mein Gl\u00fcck versuchen? Zumal ich in diesem Falle auch richtig getippt h\u00e4tte, hoho!<\/p>\n<p>Weitere Runden, mit wechselnden Mitspielern, werden glatt im Minutentakt abgehalten, und der H\u00fctchenspieler, der die Becher in immer rasenderer Geschwindigkeit bewegt, macht einen guten Schnitt: Innerhalb von 10 Minuten hat er 300 Euro eingenommen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Frage ist nur, ob diejenigen Bieter, die gewonnen hatten, nicht vielleicht seine Komplizen sind, die weitere Neugierige nur zu Eins\u00e4tzen locken sollten\u2026? Zum Schluss verteilt der H\u00fctchenspieler sogar 50 Euro-Noten an bis dato unbeteiligte Zuschauer, um diese so ins Spiel zu ziehen. Was auch gelingt.<\/p>\n<p>Ich gehe besser\u2026 so ganz geheuer ist mir das dann doch nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u2026 unter dieser \u00dcberschrift werde ich ab heute an dieser Stelle einige Infos, Gedanken und Geschichten zu meiner Parisreise nachliefern. Zuallererst zu den von mir angeprangerten \u201ebrutalen Darstellungen\u201c in der NOTRE DAME &#8211; Kathedrale: Der jedem wahren Christen bekannte \u201eKindermord von Bethlehem\u201c hat mitnichten etwas mit Islamisten zu tun, sondern sie verstehen sich als geschnitzte biblische Geschichte &#8211; erz\u00e4hlt mir die bibelfeste Blogleserin Karin anl\u00e4\u00dflich meines heutigen Besuchs. 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