{"id":3563,"date":"2017-12-14T18:35:12","date_gmt":"2017-12-14T18:35:12","guid":{"rendered":"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=3563"},"modified":"2017-12-14T18:45:07","modified_gmt":"2017-12-14T18:45:07","slug":"ein-ausstellungsbesuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/ein-ausstellungsbesuch\/","title":{"rendered":"Ein Ausstellungsbesuch"},"content":{"rendered":"<p>Frage: Was w\u00e4re eine Tour in die Gro\u00dfstadt wert ohne Besuch einer \u00a0Ausstellung von \u00fcberregionalem Rang!? Richtig: Nicht die H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>In den lichtdurchfluteten Deichtorhallen zeigt Peter Bialobrzewski &#8211; zusammen mit einigen anderen Fotografen &#8211; seine neueren Arbeiten zum Thema DIE ZWEITE HEIMAT. Mehrere Jahre lie\u00df er sich daf\u00fcr durch Deutschland treiben, suchte dabei \u201eOrte und Unorte\u201c auf, um \u201eeine fotografische Bestandsaufnahme Deutscher Befindlichkeit\u201c vor zu nehmen&#8230; eine alles andere als einfache Intension:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3564\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C11E7F4E-67C5-4DD5-BE0B-4C1F75D59489.jpeg\" alt=\"\" width=\"1073\" height=\"805\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C11E7F4E-67C5-4DD5-BE0B-4C1F75D59489.jpeg 1073w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C11E7F4E-67C5-4DD5-BE0B-4C1F75D59489-300x225.jpeg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C11E7F4E-67C5-4DD5-BE0B-4C1F75D59489-768x576.jpeg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/C11E7F4E-67C5-4DD5-BE0B-4C1F75D59489-1024x768.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1073px) 100vw, 1073px\" \/><\/p>\n<p>Ihr fragt zu Recht, warum mich das interessieren sollte. Eben deshalb: Bialobrzewski sucht das Gleiche wie der Amerikaner Stephen Shore, der dieses Thema in einem der wichtigsten Bildb\u00e4nde der j\u00fcngeren Fotografiegeschichte (\u201eUncommon Places\u201c) als einer der Epigonen der \u201eUrbanen Fotografie\u201c bereits in den 1970er Jahren beleuchtete. Es ging ihm darum, die jahrzehntelange Klischeeisierung der amerikanischen Landschaft (Unber\u00fchrtheit, Weite, Pure Sch\u00f6nheit, Romantisierung etc. pp.) zu brechen. Seine Uncommon Places zeigten nun die andere Seite der Wirklichkeit: Industriebrachen, Parkpl\u00e4tze, M\u00fcllhalden, Verschmutzung &#8211; und all\u02cb die anderen leckeren Begleiterscheinungen der modernen Zivilisation, die bis dato in der Fotografiekunst schlichtweg \u201e\u00fcbersehen\u201c worden waren.<\/p>\n<p>Ich lebe seit fast vier Jahrzehnten von der Klischeeisierung der Sylter Landschaft. Meine Fotografie besch\u00e4ftigte sich bis vor wenigen Jahren ausschlie\u00dflich mit dem Thema \u201eLandschaftliche Sch\u00f6nheit\u201c &#8211; aufgenommen f\u00fcr Menschen, die sich ihr Sehnsuchtsziel namens Sylt zuhause an die Wand nageln wollen. Das war\/ist aus \u00f6konomischer Sicht erfolgreich, in k\u00fcnstlerischer Hinsicht eher von k\u00e4rglichem Ertrag. Denn die romantisierende Landschaftsfotografie tr\u00e4gt l\u00e4ngst ein melancholisches \u201eGeschm\u00e4ckle\u201c mit sich herum, wissen wir doch alle, dass es SO bei kritischer Draufsicht gar nicht mehr aussieht. Sondern nur in Hans Jessels Fotografien, die zu Unzeiten nach akribischter Recherche und denkbar idealsten Lichtverh\u00e4ltnissen Bilder der Insel &#8211; Landschaft modellieren, die &#8211; mal ehrlich! &#8211; fast wie Fake News daher kommen, wenn der Betrachter diese Romantik-Kulissen mal beiseite schiebt und sich in der Bereitschaft \u00fcbt, die Wirklichkeit zu sehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-3566\" src=\"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/31083C3D-725E-4117-ABC3-6B62440AFDB0.jpeg\" alt=\"\" width=\"1460\" height=\"801\" srcset=\"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/31083C3D-725E-4117-ABC3-6B62440AFDB0.jpeg 1460w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/31083C3D-725E-4117-ABC3-6B62440AFDB0-300x165.jpeg 300w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/31083C3D-725E-4117-ABC3-6B62440AFDB0-768x421.jpeg 768w, https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/31083C3D-725E-4117-ABC3-6B62440AFDB0-1024x562.jpeg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1460px) 100vw, 1460px\" \/><\/p>\n<p>Meine Aufgabe sehe ich nun aktuell darin, das von mir erzeugte, einseitige Bild der Insel zu komplettieren. Und Ausstellungsbesuche wie dieser heutige helfen mir zum Einen, dabei in der Spur zu bleiben, zum Anderen hilft mir dieser Blog, m\u00f6glichst zeitnah mit den Betrachtern in einen Austausch zu treten. Alles der pure Eigennutz also, hoho.<\/p>\n<p>Deshalb sauge ich die Ausstellung von Peter auf wie ein dehydrierter Schwamm. Und sch\u00e4ume dabei \u00fcber vor g\u00e4renden Ideen, wie dieser k\u00fcnstlerische Ansatz auf die speziellen Sylter Verh\u00e4ltnisse \u00fcbertragen werden kann. Und f\u00fchle mich sauwohl!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frage: Was w\u00e4re eine Tour in die Gro\u00dfstadt wert ohne Besuch einer \u00a0Ausstellung von \u00fcberregionalem Rang!? Richtig: Nicht die H\u00e4lfte. In den lichtdurchfluteten Deichtorhallen zeigt Peter Bialobrzewski &#8211; zusammen mit einigen anderen Fotografen &#8211; seine neueren Arbeiten zum Thema DIE ZWEITE HEIMAT. 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