{"id":3682,"date":"2017-12-25T16:17:45","date_gmt":"2017-12-25T16:17:45","guid":{"rendered":"http:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/?p=3682"},"modified":"2017-12-25T16:24:19","modified_gmt":"2017-12-25T16:24:19","slug":"365-tage-sylt-die-besten-momente-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jessel.de\/365-tage-sylt\/365-tage-sylt-die-besten-momente-5\/","title":{"rendered":"365 Tage Sylt &#8211; Die besten Momente (5)"},"content":{"rendered":"<p>Was kein Mensch f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt &#8211; Hans Jessel fotografiert auch gerne Menschen. Allerdings nur solange, wie diese nichts davon mit bekommen. Hans Jessel interessiert n\u00e4mlich stets das Echte, das Unverstellte &#8211; egal ob unber\u00fchrte Landschaft (ist eigentlich gegessen, gibt\u2019s ohnehin nicht mehr) oder eben derjenigen, die der Landschaft ihre Unber\u00fchrtheit so erfolgreich genommen haben.<\/p>\n<p>Wie l\u00e4uft diese Art von Fotografie ab, wollt Ihr sicher wissen!? Also: Hans Jessel bummelt an einem dunklen Novembertag (der 18. war\u02cbs, glaubt er) am Strand entlang und sucht nach einem Motiv, das den Haupt-Gegenstand seines Interesses (also die Natur) in einer m\u00f6glichst nicht allt\u00e4glichen, aber trotzdem unverstellten Art zu zeigen vermag. Hans Jessel scannt, so nennt man das heute, seine unmittelbare Umgebung, was sich erheblich lockerer anh\u00f6rt als es getan ist. Gro\u00dfe Konzentration ist n\u00e4mlich vonn\u00f6ten, denn das Motiv kann sich \u00fcberall verstecken &#8211; und es ist der gr\u00f6\u00dfte Fehler des Unverm\u00f6genden, sich auf EIN Motiv zu versteifen&#8230; und damit den frechen Versteckspiel-Motiven ganz einfach auf den Leim gehen. DAS passiert Hans Jessel nicht mehr&#8230;! \ud83d\ude09 Dieser betrachtet an diesem dunstigen Novembertag mit dem rechten Auge das tr\u00e4ge herum pl\u00e4tschernde Meeresdrama, w\u00e4hrend er im linkesten Winkel seines linken Augenkreises einen athletisch anmutenden Jogger samt Teppichratte, \u00e4h Hund, an den Strand herunter galoppieren sieht, der noch im Laufen mit einer Hand in seine Laufjacken-Brusttasche greift. Hans Jessel versteinert nur f\u00fcr den Bruchteil einer Sekunde. Schon hat er einen R\u00f6ntgen-Scanstrahl auf den Jogger los geschickt, und, noch bevor dieser \u00fcberhaupt sein Ziel erreicht hat, erkannt, dass er zu weit (ca. 70m) von diesem Objekt seines nun komplett \u00fcberhand nehmenden Interesses entfernt steht, um ein formatf\u00fcllendes Blog-Foto zu erstellen. Nun passiert etwas, was dem kritischen Blog-Leser etwas spooky erscheinen mag, sich aber im Leben Eures urpl\u00f6tzlich zum Streetfotografen mutierten Landschaftsbloggers immer wieder mal in dieser oder \u00e4hnlicher Form abspielt: Der R\u00f6ntgen-Scanstrahl n\u00e4mlich ist mittlerweile an seinem Ziel, der Brusttasche des athletischen Joggers, angekommen &#8211; und hat die Information geliefert, dass dieser dabei ist, sein Smartphone aus derselben hervor zu pulen. Im diesem selben Moment passiert das Unfassbare: Hans Jessel l\u00f6st seine Konturen auf (aber echt jetzt), er verschwindet sozusagen aus dieser diesigen Strandszenerie, genauso &#8211; oder zumindest \u00e4hnlich &#8211; wie wir es aus diversen Folgen von \u201eRaumschiff Enterprise\u201c erinnern, sobald der legend\u00e4re Ruf \u201eScotty, beam me up\u201c erscholl. Hans Jessel befindet sich nun in einem Paralleluniversum, in dem niemand nervt, herrlich! Selbst die Teppichratte schnallt nix. W\u00e4hrenddessen entwickeln sich die von Eurem Blogger l\u00e4ngst prognostizierten Vorg\u00e4nge in die gew\u00fcnschte Richtung: Nur die Teppichratte und Hans Jessel wissen in diesem Moment, was kommt. Der athletische Jogger n\u00e4mlich richtet die Kamera seines Smartphones nicht etwa auf den Strand, \u00a0auch nicht auf die weiterhin tr\u00e4ge herum pl\u00e4tschernde Meeresdramatik, und auch nicht auf sie, die Teppichratte &#8211; nein, er richtet diese auf sich selbst.<\/p>\n<p>Im Paralleluniversum hat Hans Jessel mittlerweile das Objektiv gewechselt, gleichzeitig den Abstand zu dem athletischen Jogger auf 15 Meter verk\u00fcrzt, schlie\u00dflich die Blende verkleinert, die Belichtungszeit korrigiert und die Entfernung gesch\u00e4tzt. Der Blick von Hans Jessel gleicht nun dem eines Orcas, der eine saftige Ringelrobbe jenseits des Flutsaumes ersp\u00e4ht hat, und nun eruiert, wie er diese in seinen gierigen Rachen inhalieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Die Teppichratte ist genervt. Sie kennt das schon: Ihr Herrchen, dieser Athletik-Beau, fotografiert n\u00e4mlich nahezu ausschlie\u00dflich sich selbst. In diiieeesem Moment legt der athletische Jogger sein Supermann-L\u00e4cheln auf, strafft seinen athletisch wohlgeformten K\u00f6rper zu einem wahren Orgienbildnis an Kraft und Virilit\u00e4t, so dass selbst die tr\u00e4ge herum pl\u00e4tschernde \u00a0Meeresdramatik f\u00fcr den \u00a0allerwinzigsten Bruchteil einer Sekunde die Luft anzuhalten scheint&#8230; da macht es *klick* in einem fernen, keiner sonstigen Menschenseele zug\u00e4ngigen Parallel-Universum &#8211; und Hans Jessel erscheint wie aus dem Sand geboren im Hier und Jetzt des diesigen Strandes, steckt seine Kamera wie nach getaner Arbeit in seine Tasche zur\u00fcck und verl\u00e4sst, nicht ohne ein Schmunzeln im Gesicht, den Ort des nunmehr geschehenen Geschehens. Das Gesicht der Teppichratte h\u00e4ttet Ihr sehen sollen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was kein Mensch f\u00fcr m\u00f6glich h\u00e4lt &#8211; Hans Jessel fotografiert auch gerne Menschen. Allerdings nur solange, wie diese nichts davon mit bekommen. Hans Jessel interessiert n\u00e4mlich stets das Echte, das Unverstellte &#8211; egal ob unber\u00fchrte Landschaft (ist eigentlich gegessen, gibt\u2019s ohnehin nicht mehr) oder eben derjenigen, die der Landschaft ihre Unber\u00fchrtheit so erfolgreich genommen haben. Wie l\u00e4uft diese Art von Fotografie ab, wollt Ihr sicher wissen!? 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