Knapp über 42 Kilometer zeigt mein Zähler am Fahrrad an, als wir nach gut vierstündiger Rundfahrt, beginnend mit der Querung des Alten Elbtunnels vor den Landungsbrücken…:

… nach Ottensen zurückkehren.
“Über sechs Inseln musst Du gehen…“ könnte das Motto dieser Rundtour lauten, beginnend mit der ehemaligen Insel STEINWERDER, die wir mit dem Aufstieg aus dem Elbtunnel erreichen.
Über ein Gewirr von Brücken und Schnellsteaßen gehts zunächst hinüber zur Insel WILHELMSBURG, mit 35 Quadratkilometern eine der größten bebauten Flussinseln – auch Binneninseln genannt – der Welt. 55.000 Menschen wohnen in diesem Stadtteil Hamburgs, und es werden hier sage und schreibe über 100 verschiedene Sprachen gesprochen…. Bunter geht’s kaum noch.
Im Gegensatz zu den Verhältnissen auf dem Weserradweg führt uns eine fast nahtlose Ausschilderung sicher auch über diese Insel – und im Anschluß weiter zur Nachbarinsel VEDDEL.
Über die Norder-Elbbrücken radeln wir dann zur (Halb-)Insel ENTENWERDER, und danach zur Insel KALTEHOFE:

Hier wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein Elbwasser zu Trinkwasser aufbereitet – die Becken sind auf dem Foto gut sichtbar. Das gesamte Betriebsgelände ist heute als Museum zugänglich, inklusive Ausstellung, Restauration und einem Landschaftspark. Herrlich, bei DEEEM tollen Wetter an diesem Freitag:

In den 24 hütchenförmigen Häuschen befunden sich die Kiesfilter, durch die das Elbwasser in einem 24-stündigen Prozess in ein unterirdisches Rohrsystem sickert(e), durch das das zu 98% gereinigte Wasser dann ins Leitungssystem eingespeist wurde:

Im Hintergrund das Kohle- und Gaskraftwerk TIEFSTACK. Eine Lorenbahn sorgte für den Nachschub an filterfähigem Kies verschiedener Korngrößen:

Vorm ENTENWERDENER FÄHRHAUS – dem heutigen Titelbild – trinken wir ein kühles alkoholfreies Bier und kommen ins Gespräch mit den beiden Damen links neben dem Eingang. Beide sind weit über 80 Jahre alt und haben hier ihr ganzes Leben verbracht und jede Menge Schoten von politischen Fehlentscheidungen vorzutragen. Es gibt richtig viel zu lachen, und wir einigen uns darauf, dass es offensichtlich überall das Gleiche ist – insbesondere wenn es um das allerorten grassierende Verschleudern von (Steuer-)Geld geht.