29. Januar: Von Paris nach Sylt an einem Tag? Ha Ha Ha!

In einer Eingangshalle des Pariser Bahnhofs GARE DE L‘EST hängt ein großformatiges Gemälde (12 x 5 m) des amerikanischen Malers ALBERT HERTER (1871 – 1950), dass vor genau einhundert Jahren entstand. „Le Depart de Poilus, août 1914“ ist sein genauer Titel:

Es zeigt die Abfahrt seines Sohnes Everit (in der Bildmitte, euphorisch mit erhobenen Armen) mit diversen anderen jungen Männern an die französische Front des 1. Weltkrieges. Knapp vier Jahre später war Everit tot.

Wenn man den Plan hegt, per Bahn innerhalb von gut zwölf Stunden von Paris nach Sylt zu fahren, sollte man auch ein gutes Päckchen Euphorie im Rucksack mit sich tragen. Zwar verkündet mir das Abfahrtsschild in der Bahnhofshalle eine pünktlich beginnende  Reise nach Frankfurt…:

… aber daß meine Verbindung „nicht fahrbar“ sei, diese Meldung erhielt ich von der DB bereits vorm Morgengrauen.

Augen zu – und durch, heißt es also im Weiteren. So erreiche ich Frankfurt minutengenau, und es erscheint dann auch ein ICE aus Basel, der sogar noch eher abfährt als mein Wunschzug, der gecancelt wurde.

Bis kurz vor Kassel läuft alles nach Plan, dann zieht die DB ihr bekanntes Unterhaltungsprogramm aus dem Köcher: Zunächst einmal stehen wir geraume Zeit bei andauerndem Schneetreiben in der Pampa, dann erhalten wir wegen Belegung aller Gleise keine Einfahrt in den Bahnhof Wilhelmshöhe, vor Göttingen folgt eine Signalstörung mit Stillständen und Schneckentempo und schließlich warten wir auch noch auf die Einfahrtsgenehmigung in den Hamburger Hauptbahnhof.

Es ist schon ein Kunststück, daraus nicht mehr zu machen als nur EINE Stunde Verspätung. (Kicher-Emoji)

Diese Zeilen schreibe ich in unserer geschätzten Marschbahn zwischen Heide und Bredstedt – und in der Hoffnung, um 22:50 Uhr am Westerländer Bahnhof einzutreffen. Und zwar lebend.

P.S.: Danke an alle fürs Mitreisen… (Zwinker-Emoji)

P.P.S.: Als „Poilus“ wurden im 1. Weltkrieg  junge, couragierte Männer bezeichnet, die auf französischer Seite unerschrocken in den Krieg zogen.

 

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