Der 5:19 Uhr – Frühzug nach Hamburg ist meiner. Ich habe einen Waggon für mich und erst über der Wilstermarsch geht die Sonne auf. Im Bahnhof eine Szene wie in „Spiel‘ mir das Lied vom Tod“ auf Schleswig-Holsteinisch:

Das geht ja schon mal gut los.
In Altona (pünktlich!) um 8:25 Uhr angekommen, gibt‘s erstmal ein stärkendes, warmes ‚Overnight-Oats‘ zur Herstellung der körperlichen Leistungsfähigkeit…:

… dann nehme ich direkt die 10 Uhr – S-Bahn auf die Elbinsel Veddel. Von dort geht’s per Pedes auf den ‚Veddeler Damm‘, eine normalerweise ausgesprochen krachige Hauptverkehrsstraße durch die ausgedehnten Industrieanlagen…:

… die sich am heutigen Feiertag nahezu verlassen und geradezu idyllisch still präsentieren. Einmal zweige ich ab in eine Seitenstraße zur Elbe, von wo ich – in totaler Ruhe und ohne überhaupt nur einen einzigen Menschen zu Gesicht zu bekommen – diesen fantastischen Blick auf die nahe Elphi genieße:

Bei der Annäherung muß ich die ganze Zeit an das Guggenheim Museum im baskischen Bilbao denken, das damals, als es gebaut wurde, mitten in einen im Verfall begriffenen Industriekomplex implantiert wurde. Vom Architekten Frank O’ Geary natürlich in voller Absicht, wirkte das Gebäude doch dadurch umso futuristischer.
Um genau 12:03 Uhr ist’s auf dem Veddeler Damm vorbei mit der Ruhe, denn die Läufer des alljährlichen ‚Köhlbrandbrückenlaufs‘ traben heran. In mehreren Wellen nehmen – gefühlt – zehntausend Begeisterte an diesem Lauf teil, der sich mittlerweile zum Pflichtprogramm eines jeden sportlichen Hamburgers gemausert hat:

In einer scharfen Linkskurve gehts direkt in den Anstieg auf eines der bekanntesten Hamburger Wahrzeichen (Schweissperle-auf-der-Stirn-Emoji):

Man/frau gönnt sich ja sonst nix. Gut jedenfalls, wenn man vorher ein Overnight-Oats gebunkert hat, hoho.
Im Anschluss entschliesse ich mich, meinen Weg fortzusetzen – und zwar Richtung ‚Alter Elbtunnel‘. Da waren wir ja vor ein paar Tagen schon einmal.
Wohl jedesmal, wenn ich den ‚Reiherstieg‘ entlang gehe, oder in dieser Gegend mit dem Fahrrad unterwegs bin, treffe ich neuerdings auf Menschen, manchmal ganze Familien, mit Rollkoffern, die – mehr oder weniger desorientiert – durch diese Baustellenlandschaft irren…:

… bis ich begriff, dass das Kreuzfahrt-Touristen sind, die ihr ‚Traumschiff‘ (hinten rechts) auf budgetfreundliche Art und Weise zu erreichen versuchen:

Kein leichtes Unterfangen- besonders ohne Navi, denn hier ist’s wie im Gebirge: Man sieht ein scheinbar nahes Ziel, muss zum Erreichen desselben jedoch weite Umwege in Kauf nehmen – hier aufgrund der zahlreichen Kanäle, die zudem hinter industrieellen Flächen verborgen bleiben und nicht sichtbar sind.
Da hilft dann nur noch ein Taxi.