Freitag, der 13. März: Ein ‚Dia de chuva‘ (= Regentag) im Norden Portugals

Um 6:45 Uhr breche ich auf zur heutigen Wegstrecke über gut 20 Kilometer von BARCELOS nach VITORINO DOS PIÂES. Noch ein kurzer Blick zurück auf das charmige Barcelos im Flur meines Hotels…:

… dann hole ich Loreen in ihrer Pilgerherberge ab, die praktischer- und zufälligerweise gleich gegenüber liegt. Das gemeinsame Wandern hat den langen gestrigen Weg kürzer gemacht als er war, und deshalb versuchen wir es heute noch einmal als Pilger-Duo. Allerdings liegt die Luftfeuchte heute früh bereits bei gefühlten 98%…, und die Wettervorhersage verheisst nichts Gutes. Egal – damit haben wir natürlich gerechnet in der nordwestlichsten Ecke der Iberischen Halbinsel, die heute mit keltischem Ambiente kokettiert:

Wenn man/frau auf Pilgerwegen unterwegs ist, führen diese – logo – an jeder irgendwie erreichbaren Kirche oder Kapelle vorbei. Alle, die mich kennen, wissen, dass ich eiiigentlich kein Kirchgänger bin. Aber mal kurz reinluschern, das wäre doch ganz schön. Was auf spanischen Jakobswegen auch gang und gebe ist, funktioniert in Portugal nicht, denn hier steht der Pilger fast immer vor verschlossenen (Kirchen-)türen. Schaaade irgendwie, besonders an Regentagen wie heute…:

… oooder wenn man sich – wie in nachfolgendem Falle einer modernen Bauweise – einfach gerne für die Innenarchitektur interessieren möchte:

Aber wie sagte bereits meine Ex-Lauffreundin Elke: „Man kann nicht alles haben!“ Womit sie zweifelsohne recht hat, weshalb ich hier auch nicht weiter den Empörten spielen möchte.

WAS wir jedoch haben wollen, ist – alle zwei bis drei Stunden – ein ‚Café com leite‘ – Stopp in einer Pastelaria. Gerade bei dem feuchtkalten Wetter heute. Herrlich, leben wie Gott in Portugal, auf der regengeschützten Terrasse genossen:

Andere Kulturdenkmäler sind dagegen offen, und für Pilger seit dem 12. Jahrhundert frei zugänglich. Zum Beispiel die entzückende kleine Feldsteinbrücke…:

… PONTE DAS TÁBUAS über die Neiva…:

… die tatsächlich seit Mitte des 12. Jahrhunderts als wichtiger Knotenpunkt für Händler und Pilger zwischen Porto und Valença urkundlich bezeugt ist.

Hach, das war ein schönes Plätzchen. Allerdings regnet es jetzt zunehmend Bindfädchen, und so sputen wir uns zu unserem Zielort VITORINO DOS PIÂES, wo ich Loreen in ihrer Pilgerherberge absetze und – nach meiner Einquartierung in einem höher gelegenen Ortsteil – mich schon seeehr auf den letzten Tagesordnungspunkt freue, das BACALHÂO-Essen im nahen Restaurant A TABERNA, das für dieses Stockfischmenü in der ganzen Region bekannt ist:

Schöner kann ein Abend nach einem wunderbar entspanntem portugiesischen Pilgertag doch gar nicht enden…

 

 

 

 

 

 

 

 

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