20. Oktober: „Ultreia!“ aus dem Unterengadin…

Ultreia? Tja Kinder – das ist der „Schlachtruf“ der Jakobspilger, und als solcher bin ich heute zwischen ZERNEZ und S-CHANF an der Grenze zum Oberengadin unterwegs. Warum? Gestandene Blogleser werden sich noch an meine Jakobsweg-Tour auf dem „Graubündner Jakobsweg“ vom 8. bis 14. Juni 2024 erinnern… alle anderen können den Tourbericht hier im Blog nachlesen. Ich startete in MALS/SÜDTIROL, überquerte eine verbotene GRÜNE GRENZE zur Schweiz und pilgerte über MÜSTAIR, LÜ, S-CHARL und GUARDA bis nach ZERNEZ. Und hier steige ich heute wieder ein zur nächsten Etappe bis nach S-CHANF, dieses liegt bereits im Oberengadin.

Warum das Ganze? Eigentlich wollte ich heute meine gestrige Wanderung vom PALPUOGNASEE über den ALBULA-PASS fortsetzen, aber die Wetterprognosen sahen für eine derartige Hochland-Tour nicht gut aus. Zum Zweiten steht die mir wichtigste Etappe dieses Jakobsweges an – der SCALETTAPASS – seines Zeichens mit über 2.600m Höhe höchster Pass aller Europäischen Jakobswege. Jepp!

Nach dem Verlassen des Bahnhofs von ZERNEZ quere ich zunächst den INN, der eher wie ein Rinnsal wirkt, mal unter uns gesagt:

Der Weg steigt gleich stark an, und bald blicke ich zurück auf den spitzen PIZ LINARD, mit über 3.400m höchster Gipfel der Silvretta-Gruppe:

Das Unterengadin ist ein sehr enges Tal. Selbst um 11 Uhr noch erhält nur eine Seite direktes Sonnenlicht:

Und dieser gestrandete Saurier wurde mit einer Jakobsmuschel verziert – ich bin hier also auf dem rechten Weg:

Zwar ist die optische Idylle perfekt – egal wohin ich gucke…:

… allerdings habe ich mit zwei so nicht erwarteten Problemen zu kämpfen: Zum Einen haben offenbar alle Landwirte – in Erwartung des für morgen angekündigten großen Regens – superstinkende Gülle über ihre Felder gesprüht (oder sind noch dabei…), zum Anderen befindet sich rechterhand meines Weges einer der größten Schießplätze der Schweizer Armee, von wo ein zunehmender Heiden-Rabatz herüberschallt bzw. -knallt. Gut, dass die Glockentürme kurz darauf 12 mal schlagen…: MITTAGSPAUSE bis 14 Uuuuhr, juchhée!

Also geht’s nun umso vergnügter voran…:

… und noch vor 14 Uhr quere ich die PUNT OTA mit der kleinen Kapelle…:

 

… in die ich doch gleich einmal kurz reinluscher‘…:

… bevor ich nach gut 15 Kilometern das heutige Etappenziel erreiche, den Abzweiger zum SCALETTA-PASS:

Der Weg über diesen Pass führt übrigens quer über den Schießplatz. Aber sowohl am Freitag, als auch am Samstag findet kein Schießbetrieb statt.. hihi.

Mehr sach‘ ich nich!

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