19. April: Sylt…

… ist ohne mich offensichtlich bestens klargekommen. Diese Erkenntnis entnehme ich der heutigen Titelsituation, die auch mein einziges Foto an diesem Tag bleiben soll:

Ich stehe gegen 7:45 Uhr auf der oberen Strandpromenade und habe gerade verifiziert, dass ich die Tüte mit den beiden just erworbenen Brötchen in der Tinnumer Bäckerei habe liegen lassen. Während ich den Hergang dieser Malechose noch gedanklich nachzurecherchieren versuche, baut sich vor meinen Augen ein perfektes Sylter Frühlingsmorgen-Motiv auf, das ich – nach einem kühnen Ausfallschritt nach links – nur Sekunden später im Kasten habe.

Im Vordergrund sehen wir den unermüdlichen und in seiner Funktion als täglich präsenter Ornithologe unabdinglichen Fredi D., der mittels seines Spektivs auf einem Stativ  nach seltenen und weniger seltenen Hochseevögeln Ausschau hält. Wobei sich die tägliche Präsenz auf alle Tage ohne Nebel und Dauerregen, dafür mit Windstärken unter sechs Beaufort beschränkt – also letztlich nicht ganz so täglich, aber egal. Gefühlt steht er immer da um diese Uhrzeit – und zwar bereits seit Dekaden von Jahren.

Links und rechts neben ihm eine Phalanx von Strandkörben, wobei einer aus der Reihe tanzt. Und zwar just DER Strandkorb neben Fredi! Da baut sich natürlich der Verdacht auf, daß … na, Ihr wisst schon. Aber das weiß ich nun tatsächlich auch nicht.

Am breiten Ebbestrand zeigen sich die üblichen Verdächtigen: Von links nach rechts betrachtet der „ganz normale Strandspaziergänger“, dann der „aus ungünstiger Position fotografierende Handyknipser“. In der Bildmitte die „Frau mit dem unerzogenen Hund“, die sich von ihrem Liebling im Zickzackkurs über den Strand zerren lässt.

Dann hätten wir da noch den eiligen Spaziergänger mit Walking-Sticks, und last, but überhaupt nicht least, die beiden Badenden – ungewöhnlicherweise in Badeklamotten. Normalerweise wird morgens vor neun Uhr nackend in die Fluten (gerade 10 Grad Wassertemperatur erreicht) gesprungen.

So, nun wisst Ihr Bescheid, daß hier alles seinen geregelten Gang geht.

 

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