1. Juni: Tja Kinder, wo stecke ich wohl!?

IHR dürft raten. Ich lege Euch hiermit einige Eindrücke des heutigen Tages vor, und zwar in zeitlicher Reihenfolge – die wichtige Anhaltspunkte für die Auflösung des Reiserätsels enthalten.

Mein – sehr verspäteter – Nachtzug endete in einer großen Stadt, wo die Menschen gerade geschlossen zur Arbeit marschierten:

Die Anschlussverbindung verfrachtete mich noch durch ein Nachbarland in mein Zielland. Bahnhof und Ausgangspunkt meiner projektierten 200 km -Wanderung lagen direkt an einem großen See. Hier ein Eindruck direkt nach dem Verlassen des Bahnhofs:

Ich hatte Glück: Die komplette Nacht hatte es geregnet, bei teilweise heftigen Gewittern, Nun lag ein schöner Duft über der Landschaft, und die große Hitze der letzten Tage war angenehmeren Temperaturen gewichen…

Schnell durchwanderte ich ein stark hügeliges und bewaldetes Terrain…:

… mit jeder Menge landwirtschaftlicher Betriebe dazwischen. Eine friedliche und freundliche Atmo über allem:

Sogar für „Camino“-Stimmung war gesorgt:

Und diese merkwürdige Bushaltestelle mit dem putzigen Namen fand ich auch noch fotografierenswert, hihi:

Mein erster Wandertag endete nach 16 hügeligen Kilometern in der größten Ansiedlung, die ich auf meiner Tour erleben werde. Eine Stadt, die ihren Namen von einem Priester erhielt, der hier bereits im 7.(!) Jahrhundert eine „Einsiedelei“ gründete, die bis heute zu einer gewaltigen sakralen Anlage – incl. Unesco Weltkulturerbe-Status – herangewachsen ist. Nach meiner Ankunft wanderte ich im Licht des späten Nachmittags noch durch die komplett autofreie Altstadt – wun(!)der(!)schön, wirklich.

Nun ist es 6 Uhr am Morgen, und erwache in einer entzückenden und mit großem Herzblut ehrenamtlich geführten Pilgerherberge. Gestern Abend gab’s ein gemeinsames Abentessen mit der Hospitalera und einer weiteren Pilgerin, die zumindest dieses ganze Land durchqueren wird, und deren Ziel – ob auf dieser Tour oder zu einem späteren Zeitpunkt – natürlich SANTIAGO DE COMPOSTELA heisst. Nach der komplett schlaflosen Zug-Nacht fühle mich nun wieder erfrischt und gestärkt – und bereit, heute weitere 25 Kilometer über Hügel, durch Wälder und eine zauberhafte Landschaft zu pilgern… „Ultreia!“ Der frühe Pilger fängt den Wurm…

 

 

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