1. August: Hagelschauer über der Chummeralp

Foto: Regula G.

Wir wohnen auf dem Wissigenboden, einer grasgrünen, in reichlich 1.600 Metern Höhe schwebenden Hangterrasse über dem östlichen Ufer des Landwassers. Dieser durch sein stets vernehmbares Rauschen zwar ständig anwesende, aber für uns nicht sichtbare Fluss beherbergt – auf über 8 Kilometer Strecke – über eine Handvoll verschiedener Ortsteile von Davos, die eher wie einzelne, weit auseinander liegende Dörfer wirken, als wie eine zusammenhängende Großgemeinde mit fast 10.000 Einwohnern, mit der die Statistik gerne prahlt.

Um unser kleines Häuschen herum stehen, stets in gebührendem Abstand, nur wenige andere Holzbauten, meist Lagerräume oder Ställe, aus denen gelegentlich das Blöken der beiden Wissigbodener Esel herüber schallt – was, zumindest mir, eine gewisse südländische Atmosphäre zu vermitteln vermag.

Diese schwindet schnell beim ersten frühmorgendlichen Heraustreten auf die Terrasse. Bei mühevollen 10 Grad und in Ansicht dieser so betont senkrecht fallenden Regenwände, oder, mehr noch, in Augenhöhe mit den über und unter uns wallenden Nebel-Watteschwaden, die, wiederum untermalt von sonnigen Lichterspielen auf steilen Hängen, ein stetes Natur-Theater abhalten vor den so viel höheren Bergriesen auf der westlichen Seite unseres Landwassertales.

Das heutige Bild, fotografiert von Regula, entstand am frühen Abend, als sich nach ankündigendem Gewittergrollen eine zunächst ganz harmlos fern erscheinende Schauer-Girlande über den Kamm der fast 3.000 Meter hohe Chummeralp ergießt, die sich tatsächlich innerhalb von wenigen Minuten, bei urplötzlich sturmartig auffrischendem Wind, über das gesamte Tal bis zu uns herauf ausbreitet, und die sommerliche Natur mit bis zu haselnussgroßen Hagelkörnern überweißt. Froh sind wir alle, dieses wahre Inferno unter festem Dach erleben zu dürfen… und noch mehr gewarnt, den erfreulich genauen Vorhersagen des Schweizer Wetterdienstes in den kommenden Tagen die gebührende Aufmerksamkeit zu widmen.

 

 

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