13. November: Die jungen 1980er Jahre…

Wasserhose an der Sylter Südspitze

Fragen von Bloglesern: “Hans, wie kam es zu Deiner Affinität zum Wein?

In meinem Elternhaus wurde immer schon gerne Wein getrunken. Wir hatten familiär einen bereits jahrzehntelangen Kontakt zu einem Familienweingut in Lorch im Rheingau, und ich durfte, wenn eine Lieferung gekommen war,  schon als Achtjähriger die Flaschen im Keller einsortieren. Das prägt!

“Warum das Studium der Geografie?“

Ich hatte vergessen zu erwähnen, daß ich mich nach dem Zivildienst zunächst für ein Semester als „Gasthörer“ an der Kieler Uni eingeschrieben hatte. Dieses Semester nutzte ich, um mich in diversen Fakultäten umzusehen und Vorlesungen zu besuchen. Zur Auswahl standen letztlich Geologie, Biologie und Geografie. Für letzteres Fach entschied ich mich, weil ich dort passgenaue Nebenfächer wählen konnte, und zwar Meereszoologie (mit wunderbaren Ausfahrten auf Forschungsschiffen!) und Landschaftsökologie (falls ich doch noch eine Tätigkeit im Naturschutz ausüben sollte).

Ich erinnere mich gut, wie ich Anfang der 1980er Jahre drauf war. So marschierte ich zu Frank Rosemann zum wenige Jahre vorher gegründeten Eiland Verlag, erzählte dem baffen Verleger, welche Motive aus seinem aktuellen 1982er Sylt-Kalender mir nicht gefielen, und welche ich stattdessen zukünftig empfehlen würde – nämlich meine. Das kam nicht so richtig gut an, zumal diese monierten Fotos von Franks Ehefrau stammten. Und ich fürchte noch im Nachherein, daß ich sogar den Begriff „Hausfrauenfotografie“ losließ – na gratuliere. Ein Diplomat war ich noch nie.

Aber Frank, selber eine Künstlernatur, erkannte recht flink, daß da Einer „brennt“ – und der Einstieg beim Eiland Verlag war geschafft. Im Folgejahr erschienen erste Motive von mir. Ich weiß aus dem Stehgreif nicht mehr, ab wann ich den Eiland SYLT-Kalender komplett bebilderte, 1985 oder 1986 würde ich mal behaupten. Mit dem Verlag bin ich also seit 40 Jahren „verheiratet“.

Mit dem Geografiestudium glaubte ich auch, meinen Reisehunger stillen zu können. Ständig wurden kürzere oder auch längere Exkursionen angeboten, auf einer bodenkundlichen Tour nach Holland im Jahr 1983 klingelte es zwischen mir und meiner späteren/heutigen Frau Silke, womit sich dieses Studium schon mal gelohnt hatte.

Silke und Reisegepäck auf der Flughafenterrasse in Horta auf der Insel Faial während einer Flugverspätung nach Flores.

Die Sache mit der Reiseschriftstellerei war immer noch nicht gegessen. So besuchte ich gerne die winterabends angebotenen Diavorträge von mehr oder weniger namhaften Weltenbummlern, zum Beispiel Arved Fuchs, die im Kieler „Globy-Club“ präsentiert wurden. Und besaß die Chuszpe, mich mit einem Sylt-Vortrag zu bewerben… der dann nicht nur ausverkauft war, sondern überraschend gut ankam. Im anschließenden Gespräch mit dem Veranstalter, der gleichzeitig als Chef eines Reisebuch-Verlages wirkte, erwähnte ich im Nebensatz, daß wir beabsichtigten, im Rahmen von Silkes Diplomarbeit für drei Monate auf die Azoren zu fliegen – und bekam spontan das Angebot, einen Reiseführer über das Portugiesische Archipel zu schreiben. Bingo!

Ich erzähle diese scheinbaren Nebensächlichkeiten hier eigentlich nur, um zu beschreiben, daß ich bis Mitte der 1980er Jahre eigentlich nicht plante, meinen Lebensabend auf Sylt zu verbringen, was sich nach Silkes Abschluss und ihrer dann schnell folgenden Anstellung im Sylter Heimatmuseum ändern sollte.

Wenn ich dann auf der Insel unterwegs war, fotografierte ich am liebsten spektakuläre Naturdramen…:

… die es nur in Eiland-Kalender schafften, wenn sie eine gewisse Idylle vermittelten…:

… oder Humor…:

… oder am besten gleich beides:

Zwei ganz wesentliche Erfahrungen fehlten mir noch, die mich letztlich bewogen, mich fast gänzlich meiner Heimatinsel zu widmen. Um diese geht es morgen…

Kommentare (2)

  1. Karin Lizon

    Lieber Hans,
    es macht immer wieder Spaß deinen kurzweiligen und interessanten Blog zu lesen ❗
    Es erinnert mich an meine Kindheit, wenn ich in der Advendszeit voller Erwartung täglich ein Türchen am Kalender öffnen konnte.

    Liebe Grüße, alles Gute und viel Erfolg wünscht dir
    Karin

    • Hans Jessel

      So soll es sein, liebe Karin. Hoffen wir mal, dass ich das Niveau halten kann. Aufgrund meiner Knie-Malaise habe ich im Moment mehr Muße und kann mich mal mit meiner Vergangenheit beschäftigen. Das ist auch für mich spannend, mich in die Anfangszeiten meines Foto-Kollers zurückzudenken…

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