Glücklicherweise entscheide ich mich noch am gestrigen Abend, dieser Pilgertour eine klare Wende zu geben. Das erspart mir eine durchgegrübelte Nacht. Nachdem Loreen die Nachricht geschickt hat, dass der „Hinterland-Caminho“ auf der kommenden Etappe zur Schlammschlacht wird, und das mit eindrücklichen Fotos untermauert, erinnere ich mich, dass auch mein Reiseführer warnt, diese Strecke bei Dauerregen zu laufen. Zumal es steile Passagen gibt, die dann superrutschig werden – und damit tatsächlich gefährlich.
Also luscher‘ ich mal in meine OMIO-App hinein, ob es einen ÖPNV zurück zur Küste gibt. Den gibt’s! Also buche ich kurzentschlossen einen Platz im Bus, der um 9:40 Uhr nach VIANA DO CASTELO fährt:

Gute Entscheidung! Es läuft auch alles wie am Schnürchen, und die Sonne scheint bereits, als ich über die Limabrücke Richtung Busbahnhof eile:

Gute anderthalb Stunden geniesse ich die sonnige Sonntagvormittags-Stimmung in Viana do Castelo…:

… trinke einen Café, fotografiere etwas herum…:

… bevor ich den pittoresken Ort nach Norden durch gelbblühende Felder Richtung Küste verlasse:

Es fühlt sich an wie einer dieser windigen, kühlen Junimorgende auf Sylt: Gute 10 Kilometer herrlichster Küstenlandschaft liegen vor mir…:

… wobei mir ein frischer Nordwind mit Beaufort 6 direkt ins Gesicht bläst. Und dieser Wind weht hier augenscheinlich häufiger…:

Deshalb auch die vielen (ehemaligen) Windmühlen, an denen ich vorbeimarschiere:

… eine hübscher als die andere:

… und diese hier hätte ich am liebsten mitgenommen. Hach, das wäre eine ideale Behausung für mich!:

Wie in den letzten Tagen auf dem Historischen Weg im Hinterland sehe ich auch heute nur wenige Mitpilger. Der Caminho verabschiedet sich im weiteren auch hinter die Bahnlinie einige hundert Meter weiter östlich, ich aber bleibe zunächst in Meeresnähe in dieser erfrischenden Salzluft, bevor auch ich in AFIFE beim Bahnhof die Gleise quere…:

… und nur wenige hundert Meter weiter meine vorgebuchte Unterkunft erreiche:
