18. März: 144 Kilometer zu Fuß in 8 Tagen…

… sind kein Pappenstiel. Wer von Euch hat solch‘ eine Weitwanderung schon einmal gemacht? Ich staune doch, wie die Strukturen sich so langsam auflösen… jedenfalls könnte ich diese Umfänge auf Dauer nicht halten, soviel steht fest.

Ein besonderes Problem auf dem portugiesischen Caminho sind die vielen groben, extrem holperigen Kopfsteinpflaster. Mir kamen schon im Vorfeld zahlreiche diesbezügliche Berichte zu Ohren, und ich dachte, das könne doch wohl nicht so wild sein… Weitgefehlt! In meinen seit tatsächlich über 1.000 Kilometern bewährten MEINDL- Jakobsweg-Wanderschuhen habe ich mir beide Mittelzehen blau gelaufen. Und die Füße sind derartig strapaziert von dem unebenen, harten Untergrund, daß ich morgens immer zunächst auf den Hacken ins Badezimmer gehe… (Kicher-Emoji). Und das trotz täglich aufgetragener Hirschcrème etc. pp.. Wie gut, dass ich meine guten Wandersandalen dabei habe – die retten mich gerade.

Genug gejammert. Heute vormittag holt mich der Zug pünktlich um 10:50 Uhr in CAMINHA ab:

Nur 10 Minuten später pilger‘ ich vom Bahnhof in VILA NOVA DE CERVEIRA runter an den RIO MINHO – bald quere ich auf meinem Weg die PONTE DE AMIZADE, die Portugal mit Spanien über den Minho verbindet:

Gerade bewundere ich noch die Wasserstände der letzten Hochwässer…:

… da ist auch schon Schluss mit dem kontemplativen Pilgern am Flussufer:

Das ist bestimmt noch eine Folge der Überflutungen durch die Unwetter im Januar/Februar. Okay, dann geht’s eben wieder auf die Kopfsteinpflaster in der Zivilisation:

Zum frühen Nachmittag bessert sich das Wetter…:

… und die Stimmung steigt bereits beim Erreichen des Stadtrands von VALENÇA, dem portugiesischen Grenzort…:

… ins spanische Galizien, in dessen Grenzort TUI man von der gewaltigen Festungsanlage blickt:

Zwar gibt es kein Land in Europa, das eine ältere unveränderte Aussengrenze besitzt als Portugal (nämlich seit 1141, wie wir in der Schule lernten), trotzdem war das Verhältnis zum „Erzfeind“ stets angespannt – spätestens seit den Zeiten, als sich die beiden Länder noch die Welt untereinander aufteilten…

Ich verbringe den Abend mit allerlei Herumkletterei und Versteckspielerei in den verblüffend gut erhaltenen Wehranlagen und bin mächtig froh, dass ich nicht zu denen gehören musste, die dieses Teil erobern sollten.

Und dann geht’s – natürlich – ins ‚Café Portugal‘ auf den zentralen Platz der Altstadt. Die warten da alle schon auf mich:

 

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