Zum Sonnenaufgang krabbel‘ ich nochmal auf dem Fort herum…:

… bevor ich mir den Rucksack überwerfe und über die portugiesische Stein-Buckelpiste…

,,, hinab zur Brücke pilger‘, die immerhin seit 140 Jahren ihren Dienst über dem Grenzfluss versieht, als Eisenbahnbrücke (oben) und als Auto-, Radfahrer- und Fussgängerbrücke (unten):

Hier ein altes Fliesentableau mit Blick vom Fort nach Tui, entdeckt an einer Hauswand in Valença:

Drüben angekommen, staune ich über die Menschenleere in den Gassen, geht die Uhr hier doch immerhin eine Stunde vor…:

Selbst vor der Kathedrale: Nur EIN Pilger, der auf seinem Handy rumdaddelt…:

… sonst nix! Bis ich herausbekomme, was los ist: Es ist Vatertag! Und dieser, bislang vornehmlich im Raum Valencia als offizieller Feiertag anerkannt, wird dieses Jahr erstmals auch in Galizien als solcher begangen. Auch alle Läden sind dicht übrigens, womit auch gar kein Grund besteht, überhaupt erst aufzustehen.
So dauert es wirklich eine ganze Weile, bis ich überhaupt einen Kaffee bekomme – normalerweise an einem Werktag in Spanien um 11 Uhr eine der leichtesten Übungen:
Foto des einsamen Kaffeetrinkers in der spanischen Morgensonne: Eine unbekannte Pilgerin
Ok, wenn hier ansonsten nichts weiter los ist, gehe ich eben runter an die Fluss-Flaniermeile des Ortes – mit Blick nach Portugal. Dort angekommen, setze ich mich auf die Treppe eines Holzstegs am Miño (spanische Schreibweise): Was für eine perfekte Stimmung: Windstille, herrlich warm, kein Mensch nervt. Die Welt kann doch sooo schööön sein! Am anderen Flussufer, in Portugal, schlägt eine Kirchturmuhr…eins, zwei, drei…letztlich elf mal. Hier ist es schon zwölf Uhr. Haha, denke ich noch, dann schlafe ich ein…
Als ich, nach mir unbekannter Zeit, die Augen öffne, blicke ich in die Gesichter zweier Enten, die sich – watschelwatschel – dem erschöpften Pilger fast auf Griffweite genähert haben. Ehrlich gesagt, zeigen die beiden einen leicht besorgten Gesichtseindruck. „Bom dia, como estás, Hans?“ fragt da die fordere der beiden. Aha, es sind portugiesische Enten, sie sind von drüben rübergeschwommen, um zu schauen, was ich hier mache, auf der spanischen Uferseite. „Tudo bem, apenas adormeci por uns instants“, antworte ich. Alles ok, ich war nur kurz eingeschlafen. Da watschelt die hintere bis an meine ausgestreckten Beine heran und sagt/quakt: „Vem connosco de volta para Portugal!“ Komme doch mit uns nach Portugal zurück. „Vamos passar un dia agradável lá!“ wir machen uns dort einen schönen Tag! „Mas, por enquanto, vamos dormir mais um pouco…“ Aber erstmal schlafen wir noch ˋne Runde…:

Also gönnen wir uns diese Siesta. Nach kurzer Zeit gesellt sich noch eine Taube zu unserer schnarchenden Gemeinschaft, dann schippert noch ein Trupp Gänse heran…:

… und im Anschluss schippern wir gemeinsam nach Portugal zurück:

Mittlerweile bin ich wieder – gesund und munter – nach Sylt zurückgekehrt… „Obrigado pelas muitas perguntas.“ Danke für die vielen Nachfragen.