25. März: Per Zug zurück auf die Insel

Der Regen ist so eben durch, als ich mich um 8:45 Uhr von meinen Gastgebern verabschiede und die zwei Kilometer zur DB – Haltestelle „Beetz-Sommerfeld“ radle… Ehrlich gesagt bin ich ziiieeemlich skeptisch, ob die projektierte Rücktour nach Sylt mit dem Deutschland-Ticket, also ausschließlich Nahverkehrszügen, binnen guter 8 Stunden klappen kann, wie es mir die Bahn-App prophezeit.

Umso größer ist die Freude, als um 9:07 Uhr tatsächlich ein Schienenbus angerattert kommt, um Ross und Reiter aufzunehmen…:

Eine gut 100 Minuten dauernde Fahrt auf eingleisiger Strecke bringt mich direkt nach Wittenberge an die Elbe zurück – dort radelte ich am letzten Donnerstag durch -, und zwar so pünktlich, dass ich den nur 6 Minuten später fahrenden Regionalexpress nach Schwerin locker entern kann.

Schnell sehne ich mich an die vorangegangene, fast traumverlorene Fahrt zurück, denn dieser Zug ist knallvoll. Ganze Familien sind mit Kindern, Kegeln, Hunden und Fahrrädern unterwegs zur Ostseeküste – die Osterferien haben begonnen. Immerhin: Während mein eBike gerade zwei Kinderräder zerdrückt, habe ich mir tatsächlich einen Sitzplatz ergattert, jepp!

Auch der Umstieg in Schwerin klappt mustergültig, nun allerdings in einen nahezu überfüllten Zug, nach Hamburg Hauptbahnhof. Hier nun der erste, wirkliche Stressmoment, da ich zwar einen Fahrstuhl vom Gleis hinauf in die Wandelhalle finde, jedoch keinen, der mich einhundert Meter weiter zur S-Bahn wieder herunterbringt. Als ich das Einfahrgeräusch meiner S-Bahn nach Pinneberg vernehme, bleibt nur eins: Mit dem 40 kg-Tross beherzt die Treppe runter… immer gut, wenn man ausreichend gefrühstückt hat.

Bei der Ankunft in Pinneberg (die Strecke von Altona ist z. Zt. wegen Bauarbeiten gesperrt) denke ich noch „nun ist alles in trockenen Tüchern“, werde jedoch augenblicklich eines Besseren belehrt: Der Fernzug von Hamburg Hbf  nach Kopenhagen hat es gerade mal bis hierhin geschafft, mit blockierten Bremsen steht er genau auf dem Gleis, auf dem auch mein Zug nach Westerland einfahren soll. Auf Gleis 3. Genau fünf Minuten vor dessen Abfahrtszeit wird den locker 500 wartenden Reisenden mitgeteilt, die Abfahrt würde nun nach Gleis 4 verlegt… einer Stampede gleich, hastet die ganze Mannschaft also hinunter, Rücksicht auf Alte, Versehrte, Mütter mit Kinderwagen und Reisenden mit Rädern wird nicht genommen. Die stauen sich vor dem einzigen Aufzug, und absehbar werden nur die wenigsten rechtzeitig auf Gleis 4 ankommen, soviel steht fest.

Aber die ganze Aufregung ist letztlich umsonst, denn es kommt GAR KEIN ZUG, und auch keine weitere Durchsage mehr. Ruhe im Karton. DB at it’s best!

Der Zug, der eine Stunde später fährt, ist derart überfüllt mit Pendlern und Urlaubern, dass ich mit Fahrrad gar keine Chance habe, überhaupt hineinzukommen… also warte ich ein weiteres Stündchen, um dann die letzte Strecke in Angriff zu nehmen – und superpünktlich um 19:35 Uhr in Westerland anzukommen. Der anstrengendste Tag meiner ganzen Radreise hat ein gutes Ende gefunden.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert