27. Februar: Weiter geht’s, diesmal andersrum…

Heute steht die Etappe von ALBUFEIRA nach ARMAÇÃO DE PÊRA auf dem Programm. Da die Busfahrpläne nur für Auserwählte verständlich sind, besonders am Wochenende, stoße ich nur durch einen Zufall auf eine deutlich flottere Verbindung nach ALBUFEIRA als zum Tourbeginn. Dafür bin ich zum Sonnenaufgang unterwegs…:

Das wird ein Super-Sonn(en)tag heute, soviel steht fest! Als ich tatsächlich im Bus sitze, kommt mir die Idee, die heutige Wanderung umzudrehen, sprich von West nach Ost zu laufen, der Morgensonne entgegen. Also steige ich in ARMAÇÃO aus, das gegen 9 Uhr noch einen ziemlich verschnarchten Eindruck macht:

Auch am Fischerstrand Flaute hoch drei:

Ich bin ca. 2,5 Stunden eher am Strand, als wenn ich bis ALBUFEIRA weitergefahren wäre, und das ist auch gut so, denn es flutet, und der Sand ist ausgesprochen nachgiebig und somit nur mühsam begehbar. Trotz ablandigen Windes ist die Brandung immer wieder beeindruckend. Sie schnellt mit einer derartigen Wucht den Strand hoch, dass ich bislang noch jeden Tag ne nasse Büx bekommen habe – trotz kurzer Hose. Das ist mir auf Sylt schon seit Jahren nicht mehr passiert 😉 :

Als das Gehen im weichen Sand immer schwerer wird, wechsel‘ ich auf einen Holzsteg, der parallel zum Strand durch die Dünen führt. Ich blicke zurück nach ARMAÇÃO…:

Der Weg führt im Weiteren an deren Binnenseite in ein Feuchtgebiet, das in Bälde zum Naturschutzgebiet erklärt werden soll:

Die LAGOA DOS SALGADOS ist eine Brackwassermarsch, die bei Springtiden (der Tidenhub ist dann mit 3,5 Metern nahezu doppelt so hoch wie auf Sylt!) immer wieder mit Salzwasser „gefüttert“ wird, eine äußerst seltene Geschichte hier in ariden Breiten. Von der Landseite strömt dagegen Süßwasser in diese Senke. Auf nachfolgendem Foto ist die schmale Sandbarre zu sehen, die den Ozean von der Lagoa dos Salgados trennt:

Es geht gegen Mittag, und die Temperaturen haben die 20 Grad überquert. An der PRAIA DA GALÉ freuen sich die Wellenreiter über die Mords-Dünung, die von dem gewaltigen Sturmtief westlich von Irland herrühren soll. Dies ist einer meiner Lieblingsstrände, und es gibt hier eine Webcam mit exakt diesen Felsen, die ich mir an verregneten Sylter Wintertagen nur allzu gerne anschaue:

Ab hier wird die Küste bis über Albufeira hinaus felsig. Ich versuche, dem diffusen Wanderweg noch weiter zu folgen, was sich jedoch schon nach gut einem Kilometer als müßig erweist. Die Kletterei wird mir zuviel, und die steigende Flut lässt mich nur noch an wenigen Stellen an die kleinen Strände hinunter. Also breche ich das Vorhaben ab und wandere entlang einiger Straßen bis zum Busbahnhof, von wo aus ich tatsächlich schon bald ein „Autocarro“ zurück nach Portimão erwische.

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