28. Februar: Bom dia, Salema!

Für heute und morgen sind zwei besondere Exkursionen projektiert. Das anhaltend bombastische Wetter brachte mich auf die Idee, die beiden westlichsten Streckenabschnitte vorzuziehen. Heute: 20 Kilometer von SALEMA nach LAGOS, morgen ca. 18 Kilometer nach SAGRES, ebenfalls ab SALEMA, aber dann gen Westen, zum Ende Europas…

Allerdings kommt es manchmal anders, als man denkt: Um 7:25 Uhr verlasse ich mein Hotel, der Zubringerbus soll mich in 10 Minuten an bekannter Stelle einsammeln Richtung „ZOB“, von wo es dann mit Umstieg in LAGOS nach SALEMA weitergeht.

Der Weg zur Haltestelle ist mir wohlbekannt, trotzdem lasse ich mich von meiner Wander-App zu einer Variante überreden, die mich über ein Hotelgelände führt. Beim Vorbeigehen am Hoteleingang sehe ich, dass es offenbar geschlossen ist. Zahlreiche herumstehende Baumaschinen verraten, dass der schreckliche 70er Jahre – Klotz entweder abgerissen oder renoviert werden soll. Meine Bushaltestelle befindet sich auf der Meerseite des Hotelgartens, und mir bleiben noch 4 Minuten…

Da sehe ich, dass der Zugang zu dieser Strasse durch einen hohen Maschendrahtzaun und allerlei Bau-Verhaue unüberwindbar dicht ist. Fest steht, dass ich den Bus nicht mehr kriege, wenn ich zurück und um das ganze Gelände herumflitze. Ich sehe eine Angestellte, die mir glaubhaft gestikulierend versichert, dass ich da nicht durchkomme…

Ich sprinte los. Einzige Möglichkeit: Über eine Mauer incl. Gestrüpp rüber zum westlich angrenzenden Grundstück und hoffen, dass dieses zur seeseitigen Strasse geöffnet ist. Alles klappt wie am Schnürchen, die Mauer ist im Handstreich genommen, es wartet eine 200 Meter Ackerfläche auf mich, die mich abermals an einen Maschendrahtzaun führt, der jedoch 50m weiter umgeknickt ist. Ich hin und rauf auf den Betonsockel, verhake mich in dem Scheiss(!) Zaun und sehe gerade noch, dass der Zugang zur Straße glatt einen Meter tiefer liegt… aber da fliiieeege ich schon und lande beim Aufkommen auf einem unter dem Gras versteckten kantigen Steinbrocken, der mich übel abknicken lässt.

Um es kurz zu machen: Da kommt schon der Bus, ich rein und los geht’s. Bei den folgenden Umstiegen merke ich schon, dass etwas nicht stimmt mit dem linken Sprunggelenk, und – in SALEMA angekommen – schaffe ich zwar noch 15.000 Schritte die Küste rauf und runter – und das viermal – bis BURGAU, aber dann ist vor Schmerzen echt Schicht im Schacht. Diagnose: Außenbanddehnung/-zerrung. Die Algarve-Wanderung hat am heutigen Vormittag ein vorzeitiges Ende gefunden.

Ich fühle mich ein wenig wie dieser Merser hier:

Übersetzung: Ich bin sehr ältlich.

Aber es lohnen sich die Qualen des Alterns allein für diiieeesen Ausblick! Wir sehen die Küste bis zum angepeilten heutigen Ziel, die PONTA DA PIEDADE vor LAGOS:

Der Blick in die westliche Richtung, über SALEMA bis zum CABO DE SÃO VICENTE:

In BURGAU angekommen, kann ich kaum noch einen Schritt vor den anderen setzen:

Nettes Örtchen, aber nun geht’s ins Schonprogramm:

Wir hören!

 

 

 

 

Kommentare (2)

  1. Hartwig Richter

    Hallo Hans
    Bei einer Außenbandzerrung ( oder Schlimmerem ) brauchst Du in erster Linie
    eine AIRCAST – SCHIENE. Schau mal, ob Du so etwas bekommen kannst.
    Außerdem hilfreich : Arnika C 30 Globuli ( 2 x tgl. für 3 Tage ).

    Gute Besserung
    Hartwig

    • Hans Jessel

      Moin Hartwig, danke Dir für den ärztlichen Rat! Mittlerweile steht fest, dass nichts gerissen ist, auch die Schmerzen sind fast weg. Lediglich der Bluterguss ist respektabel und sehenswert! 😉 Und Kaffeekochen geht auch noch… Bin ganz zuversichtlich, und eigentlich habe ich mehr Glück als Pech. Grüße vom Sonnenbalkon, Hans

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