6. Mai: Hier wohne ich… im hellen Haus links neben der Kirche

… und das hat seine Gründe: Zum Einen liebe ich eine Unterkunft, die mir eine ungestörte Nachtruhe ermöglicht, zum Zweiten hätte ich gerne einen guten Anschluss an den ÖPNV…:

… und zum Dritten schätze ich Unterkünfte, die mit einem besonders netten Frühstück aufwarten können – und wollen:

In solchen Momenten wie diesem freue ich mich über meine seit gut 45 Jahre aufgebaute Reiseerfahrung, die stets darauf ausgerichtet war und ist, überflüssige Stressmomente zu vermeiden… was auf Allein-Touren prinzipiell recht einfach ist. Ich würde von mir behaupten, mich ganz gut zu kennen, und das hilft bei dieser Aufgabe ungemein.

So liebe ich Hotels mit freiem Blick in die Natur! Heute früh beispielsweise beobachte ich aus meinem Fenster im zweiten Stock schon ab 5:30 Uhr die wabernden Morgennebel unter und über mir, bis der Ort Brè schließendlich selbst im Dunst verschwindet… und bin ab morgen früh standby, den besten Moment im Foto festzuhalten.

Heute gehe ich’s gemächlich an. Nach dem gemütlichen Frühstück, untermalt von dem fröhlichen Flöten und den noch fröhlicheren Gesängen meiner wirklich bezaubernden Wirtin Sara zu Bob Marley – Klassikern, aus der Küche vorgetragen und tonal derart daneben, dass mir der Joghurt auf dem Müsli gefriert, fahre ich runter in die Stadt, um dort nach dem Rechten zu sehen. Irgendeiner muss das ja tun.

Es pieht mal wieder… äh, falsches Foto…:

Also nochmal: Es pieht mal wieder…:

… und so gehe ich erstmal auf den Markt, der vom örtlichen Touristenbüro angepriesen wird, als wäre ich in Lyon – you remember!? Nach längerer Suche finde ich den Luganer Markt auch, der am heutigen Freitag gerade einmal aus sechs Ständen besteht, ungelogen jetzt. Dort finde ich aber alles, was ich für mein Kulinarisches Wohlbefinden benötige, und das wäre: Einen „Grotto“-gereiften Ziegenkäse, ein saftiges Tessiner Baguette – uuund ein Fläschchen hiesigen Weines, und zwar aus dem „Sopraceneri“ nördlich von Bellinzona.

Aus diesen Zutaten speist in gerade mein Abendessen, weshalb ich den Blog heute nur auf halber Flamme anbieten kann, excusi:

Die Räucherwurst ist eine Empfehlung von Regula, die wurde mir in Zürich in die Jackentasche geschoben, wogegen ich mich nicht wehren konnte/wollte, ähäm.

Und sonst so? Aufgrund des überwiegend pieseligen Wetters fanden meine insgesamt 15.500 Schritte vornehmlich im Urbanen Bereich statt. Vormittags auf einer Exkursion nach PARADISO, einem Stadteil Luganos – übrigens mit Blick auf den Monte Brè rechts oben -:

… wobei ich auch am Bahnhof vorbei kam, um nochmals ein Bild von der atemberaubenden Aussicht beim Verlassen desselben anzufertigen, mit der Frage an alle Blogleser, ob jemand jemals irgendwo noch etwas Besseres gesehen hat!? Meistens ist doch ein modernes Bahnhofsumfeld ausschließlich abschreckend, oder bin ich wieder oberempfindlich?

Beim Serpentinenfahren mit dem Bus Nr. 12 Richtung Brè fiel mir mehrmals der Verbindungsdamm – im mittleren Bildhintergrund – auf, und diesem galt meine Nachmittags-Exkursion:

Allerdings entpuppte sich die Situation vor Ort weniger romantisch, ist dieses vor 200 Jahren(!) aufgeschüttete Landverbindung auf der wohl wichtigsten Alpen-Nordsüd-Traversale zwischen dem Gotthard Pass und Mailand längst den Verkehrsströmen zum Fraße vorgeworfen worden. Hier der Blick von dort Richtung Lugano:

Das wars für heute. Morgen soll es wieder in die Natur gehen, ob es nun regnet oder schneit!

 

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