7. Mai: Gefangen in den Stromschnellen der Verzasca-Schlucht

DAS hat noch Keine(r) geschafft: Die reissenden Höllenkaskaden des Verzascas bergauf gepaddelt!:

Ich auch nicht. Deshalb beginnen wir den Tag am besten mal ganz von vorne: Um 5:30 Uhr blicke ich direkt vom Bett aus dem Fenster in graue Nebelschwaden, die nicht die geringsten Anstalten machen, zeitnah zu verduften. Gegen 6:30 Uhr geht ein nicht so knapper Regenschauer runter, und um 7 Uhr springe ich hoch und sprinte über eine steile Steintreppe gut 100 Höhenmeter über den Ort, drehe mich um… und blicke mit wummerndem Herzen direkt ins Paradies:

In der Vorbereitung auf meinen Schweiz-Trip stieß ich auf der Homepage meines hiesigen Hotels auf diese Perspektive, die mich seitdem nicht mehr losließ. Ich wusste nur noch Eins: Da wollte ich auch einmal stehen und dieses Wunder bestaunen!

Nach dem nunmehr verdienten Frühstück springe ich in den nächsten Bus zum Bahnhof, fahre per Bahn in Windeseile nach TENERO, wo nur wenige Minuten später der Bus ins VERZASCA-TAL startet. In LAVERTEZZO ist mein Ziel erreicht, und ich stehe auf der „Römerbrücke“ über den eiskalten und glasklaren Gletscherwässern des Verzasca-Flusses und kann nur staunen, wie(!) klar diese sind:

Was tut der Freund des Nacktbadens in solch‘ einem Fall? Ja – richtig: Er entblösst seine Füsse und tunkt diese an unbeobachteter Stelle in diese herrlich dreinschauenden Fluten, um damit in der Heimat anzugeben. Um sie nur Sekunden später, kurz vorm Kälte-Tod, gaaanz flink wieder rauszuziehen. Boah, watt bitterbitterkalt!

Ganz unbeobachtet blieb diese Aktion fürwahr nicht: Ein seltener Verzasca-Erpel hat sich angepirscht und gibt mir zu verstehen – „quak quak“ – daß er diese Nummer allen erzählt, und sich auf der Rückfahrt der ganze Bus schlapplacht über diesen peinlichen Auftritt des winterharten Küstenbewohners:

Also zücke ich meinen Brotbeutel und brösele dem Mistviech einen Teil meiner Überlebens-Ration in diese hämisch glitzernde Gefriertruhe. Quak!

Nun muss ich etwas tun, um die Füße wieder warm zu kriegen. Was liegt näher als eine Wanderung flussaufwärts? Nichts. Also geht’s auf Schusters Rappen in eines der anerkanntermaßen schönsten Täler der Alpen, von Menschenhand nur wenig berührt:

Die vom Verzasca herantransportierten Geröllhalden lassen vermuten, was hier bei Unwettern los sein kann.

Hatte ich eben „von Menschenhand wenig berührt“ geflunkert? Sofort vergessen!:

ICH war’s nicht!

Auch von den steilen Hängen stürzen jede Menge Wasserfälle herunter…:

… und vereinen sich zu reissenden Strömen, für deren Abbildung mir der Einsatz meines Lebens nicht zu groß erschien:

Zwischendurch krabbel‘ ich am höheren Flussufer mal in einen supermega – Denghoog der vorzeitlichen Art…:

… dessen Deckstein wohl das Vierfache des Sylter Pendants wiegen mag.

Zum Schluss noch ein letzter Blick auf diesen faszinierenden Fluss, der mir diese Nacht noch eiskalte Träume bescheren wird:

bsh

 

 

 

 

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