7. Februar: Auf zum Gletscher!

Weil diverse Anfragen kamen: Ich habe schon lange nicht mehr sooo ruhig geschlafen wie in meiner Hütte letzte Nacht. Am Morgen minus 10 Grad, komplett windstill – und ich natürlich unterwegs. Hier der frühe Blick auf den Morteratsch-Gletscher:

Rechts oberhalb der Bildmitte seht Ihr den Piz Bernina, hier eine nähere Aufnahme…:

… auf der man auch den Bianco-Grat erkennt, die Schneewächte auf der rechten Seite. Über diesen wandern die Bergsteiger hoch, um den Gipfel in über 4000 Meter Höhe zu erreichen. Ohne Hans! Auch nicht im nächsten Leben!

Schwer beeindruckend finde ich die bestimmt 60 bis 80 Meter hohen Seitenmoränen, von denen nun, bei Sonneneinstrahlung und tauendem Schnee, ständig Geröll den Hang herunterkullert, unter laut vernehmbarem Gepolter. Seeehr beeindruckend und respekteinflööössend!

Ich bin auf dem Schneeschuhtrail unterwegs und zum Glück fast zwei Stunden lang komplett alleine. Erst kurz vorm Gletscher sehe ich andere Leute. Rechts das Gletschertor:

Nach insgesamt 12 km Wanderung komme ich zur Mittagszeit auf den Campingplatz zurück und finde das Zelt von Hansj, einem schweizer Original, der hier den ganzen Winter verbringt:

Beim Schreiben dieser Zeilen liegt er hier im Aufenthaltsraum neben mir und erzählt u.a. von seinem Eisbad heute… und wie er sich eines Morgens durch 1,5 Meter Schnee aus seinem Zelt an die Oberfläche herausgebuddelt hat:

Hansj ist exakt so alt wie ich und liebt die Kälte. Und er rechnet mit bis zu 50 cm Schnee ab übermorgen. Ich dagegen hab’s auch gerne mal komfortabel. Deshalb gehe ich zur Kaffeemusik rüber ins Hotel Walther und geniesse das Pianospiel und ein dickes Stück hausgemachter Sachertorte:

Ach ja, und bevor ich’s vergesse: Gestern abend gab’s in meiner Hütte zur Einstimmung eine Art inoffizielles Schweizer Nationalgericht, nämlich „Gschwellti mit Chäs“. Dazu einen Südtiroler Lagreiner der besseren Sorte. Noch Fragen?

Leider ist von den Gschwellti (gekochte Kartoffeln) in dieser fortgeschrittenen Phase des Essens nichts mehr zu sehen, und auch das gekochte Ei gehört nicht unbedingt dazu – aber geschmeckt hat es allemal und trotzdem.

 

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