Blick über den KAISERSTUHL aufs Hochgebirge
Zur Orientierung:

Von FLÜELI RANFT (unten links) wandere ich hinab nach SACHSELN am SARNERSEE. Von dort geht’s weiter über GISWIL, dann die Geländestufe KAISERSTUHL hinauf zum LUNGERERSEE, schließlich über OBSEE nach LUNGERN…
Direkt beim Start in FLÜELI RANFT, der Blick zurück auf das Ende der gestrigen Etappe. Ich stieg aus einer tiefen Schlucht hinauf zum 770 Meter hochgelegenen Ort:

Herrliche Aussicht nach dem heutigen Start um 9 Uhr beim Abstieg zum SARNERSEE:

Zunächst gilt es, einen neuen Netzadapter zu kaufen. Leider musste ich nämlich feststellen, dass ich meinen bisherigen Adapter am gestrigen Morgen in der Herberge in Ingenbohl habe stecken lassen. (Emoji nach-Oben-guck). Das gelingt tatsächlich, auf einen Tipp von Regula hin, es mal bei DENNER in SACHSELN zu versuchen – einem Lebensmittelmarkt… (Kicher-Emoji).
Dann führt mich mein Weg ein gutes Stündchen an einer eingleisigen, aber berühmten Strecke entlang, der Panorama-Route von LUZERN nach INTERLAKEN. Eine touristisches Bahn-Highlight vorbei an spektakulärstem Hochgebirge:

Dieses Foto knippste ich jedoch aus einem anderen Grund: Ich schaute bewusst auf die rasch aufziehende Cirren-Front am Himmel, die schlechtes Wetter ankündigt – und ich habe noch keine Unterkunft, weil ich mich am heutigen Morgen noch nicht auf mein finales Tagesziel festlegen konnte/wollte.
Da höre ich plötzlich einen mir seeehr bekannten Vogellaut, nämlich das Geplapper einer Nordsee-Silbermöwe… „Das kann nicht sein, habe ich die gefürchtete Höhenkrankheit?“ denke ich noch, da sehe ich sie auf einem der Streckenmasten direkt über mir. „Was machst DU denn hier?“ frage ich laut. „Und was machst DU hier?“ höre ich aus der Antwort heraus:

Zum gefühlt hundertsten Mal staune ich über den infrastrukturellen Aufwand, der für diesen Jakobsweg betrieben wurde/wird – in der Schweiz über insgesamt 460 Kilometer. Neben der durchgängig guten und stets gepflegten Ausschilderung hat man/frau keine Mühen gescheut, den Pilgern auch an Engpässen ein Durchkommen zu ermöglichen:

Selbst an den Zugang zu dem Pilger eigentlich untersagten Köstlichkeiten wurde gedacht. Ich widerstehe der Versuchung bei mittlerweile 23 Grad – natürlich:

An der Steilstufe hinauf zum KAISERSTUHL funktioniert das sogar trotz einer gigantischen Straßenbaustelle. Der Weg führt mich zunächst durch (ausgeschilderte) Kieshalden…:

… über eine extra angefertigte Autobahnbrücke hinweg – Donnerlüttchen!::

Nach gut 6-stündiger Wanderung erreiche ich den LUNGERERSEE, von wo ich den weiten Blick auf die eisgekrönte 4000er-Phalanx des Berner Oberlandes inhaliere, WAS für eine Kulisse!:

Dass ich ca. zwei Stunden später selbst mit einem der Panoramazüge hinauf zum BRÜNIGPASS fahre, von dort mit einem Postauto wieder hinab bis nach HOFSTETTEN, ahne ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht:

Aber ich finde keine Unterkunft. Oder anders ausgedrückt: Die Preise der wenigen Restzimmer sind derart übertrieben hoch, unter umgerechnet € 200,- bekomme ich nichts. Ich nähere mich einem Hotspot des internationalen Tourismus‘…:

… und beobachte beim Warten auf den Zug ganze Schwärme von amerikanischen, insbesondere aber südkoreanischen Jugendlichen, die – auch im Zug während der Vorbeifahrt mit Blick auf die gewaltige Bergwelt – ausschließlich(!) an ihren Smartphones rumdaddeln:

Deshalb die spontane Flucht über den Bergpass in eine etwas ruhigere Ecke. Ich werde morgen früh entscheiden, ob ich dann zurückfahre, um den Aufstieg zum Pass noch nachzuholen – und das Wetter, bislang regnerisch angekündigt, hat da auch noch ein Wörtchen mitzureden.
Der Regen beginnt übrigens keine 20 Minuten, nachdem ich mein Hotel in HOFSTETTEN erreicht habe.