Willkommen Herbst!

Es bleibt trübe. Bis zum Mittag vereinzelte Niederschläge, auch kräftigerer Natur. Im Satellitenbild scheint es zum frühen Nachmittag aufzuklaren… es zieht sich aber noch bis über 17 Uhr hinaus. Zu diesem Zeitpunkt renne ich schon in der Wohnung auf und ab. Aus meinem Ausguck sehe ich den blauen Himmel heranmarschieren – und los geht’s.  Als ich in Keitum ankomme, liegt eine fette Cumuluswolke vor der Sonne. Gefühlt eine Stunde. Ich fange schon an, langweilige Friesenhäuser zu fotografieren vor lauter Kummer:

Es ist mittlerweile 19 Uhr geworden, als sich die Dinge schlagartig dramatisch entwickeln. Ich erwarte den Herbst vor St. Severin:

Traumhaftes Licht. Ich rase Richtung Archsum. Eine Gurkenwolke (ähäm o.k.: links cumulus humilis, rechts c. congestus) zieht nördlich von mir über das Wattenmeer. Plötzlich liegt dieses Motiv vor mir – grandios! Es gibt Strukturen, die mich ganz enorm begeistern können, aber ich sehe schon das skeptische Gesicht meines Verlegers, wenn ich ihm dieses Bild vorlege. Und ich höre schon (wieder) die Diskussion, ob das aussagekräftig genug sei. Ich sage ja. Aber Kunst ist für den Mainstream, der mit Kalendern (meist) befriedigt werden soll/muss, einfach nicht immer kompatibel:

Schön, dass ich auch mit drauf bin, hähä!

Ein letztes Foto, bevor die Sonne verschwindet, wird mir noch gestattet, dann geht’s nach Hause zurück:

Endlich komme ich dazu, meine Mails zu checken. Oh – Post von Laura. Sie schickt einige Ergebnisse ihrer Sylt – Exkursion von letzter Nacht. Schaut Euch mal dieses Hammerbild an:

Was die Langzeitbelichtung zeigt, ist der „Windpark“, i.e. das Industriegebiet, vor dem Kampener Strand – in nächtlicher Illumination. Na gratuliere.

Laura dazu: „Ich fand die Szene vor allem deshalb so beeindruckend, weil einerseits die Lichtglocke von Westerland Himmel und Strand erhellte, andererseits aber von Seeseite ein dunkler Schlund sich zu nähern schien, der die Zähne bleckte.“

DAS würde ich jetzt mal in die Rubrik „Grosses Kino“ einordnen.

 

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