13. Januar: Hans jagt die Derwische

Eine unruhige Nacht, wie immer, wennˋs zur Sache gehen soll. Um 4:30 Uhr erster Wettercheck… mehr Wolken als zunächst angekündigt, auch der Wind hat noch keine Ambitionen ins Stürmische, das Haus wackelt jedenfalls nicht. Plötzliche Auflockerungen bleiben möglich, also heisst es standby bleiben… falls ich zum Ellenbogen muss.

Lars, dem treuen Künstlerfreund, habe ich gestern abend schon abgesagt für heute. Fotoalarm Stufe ROOOT. Null Termine! Ich brauche Bewegungsfreiheit.

Aber ich kenne das schon, seit 42 Jahren immer das Gleiche… es schleppt sich: Der Himmel bleibt ganz überwiegend bedeckt, die minutenkurzen Aufheiterungen rechtfertigen keinen Frontaleinsatz – mit schwerem Gepäck also.

Gegen 13:30 Uhr wird’s interessant. Ein Wolkenloch steuert von Nordwesten auf die Insel zu. Hochwasser. Erste Windböen über 110 km/h werden in List gemessen… das Mittagessen ist gerade fertig (Hähnchenschenkel in Senfsauce…), das muss jetzt warten. Also lange Unterhose an, Gummistiefel, schweres Fotogerät, feste Mütze. „Chimären, äh Derwische, ich komme!“

Punktlandung: Als ich den Strand betrete, reisst es spektakulär auf. Ein Oceankajak-Fahrer scheitert an der gewaltigen Brandung:

Es bezieht sich wieder:

Eine halbe Stunde Warten ist angesagt, dann ist es soweit. Das Wasser kocht, die Derwische erscheinen:

Daaaaaaa, der erste entsteigt den Schaumfluten…:

… und hebt Sekunden später bereits ab:

Mörderwellen, bestes Licht, Kiter der Spitzenklasse…:

84 Fotos in 18 Minuten…:

Die Showtime dauert gerade einmal 20 Minuten, dann verschwindet die Sonne in der westlichen Wolkenfront.

Wunderbar! Zur rechten Zeit am rechten Ort – und maximaler Ertrag aufgrund fokussierter Vorbereitung. Das vertagte Mittagsmahl mundet um kurz vor 16 Uhr doppelt gut!

 

 

 

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