5. Juli: Ein Sommertag in Hühnerhausen. Ein- und Aussichten.

Gerne möchte ich Euch unsere neuen Hühner vorstellen. Nach einer dreitägigen Akklimatisierungsphase fühlen sich unsere Zwerg – Barnevelder mittlerweile pudelwohl:

Die gerade einmal 12 Wochen alten Tiere verhalten sich kindgerecht: Mit Insekten um die Wette fliegen, um diese im Flug vom Himmel zu picken? Kein Problem. In Schreckstarre verfallen, wenn eine adlerartige Silbermöwe mit Kriegsgeschrei über den Garten donnert? Augenblicklich. Und wenn Hühnervater Hans sich sehen lässt? Ist happihappi angesagt, und die sechsköpfige Mann-, nein Frauschaft steht Spalier. Die Schalen frischgekochter Kartoffeln sind der Favorit, gefolgt von Nudeln, römisch al dente versteht sich.

Traditionell gibt’s Barnevelder seit 100 Jahren, und zwar braun – schwarz gebändert, gaaanz hübsch:

In den 1960er Jahren kam als Pop Art – Version die silber – schwarze Fraktion hinzu, siehe   rechts im Foto:

Seit gut 5 Jahren hatten wir drei Vorwerk-Hühner, von denen mittlerweile zwei im Hühnerhimmel sind. Eines fiel nächtens einem Mauswiesel zum Opfer, das zweite verschied unlängst an einer üblen Hühnerkrankheit. Das dritte ist „Underdog“:

Underdog war 5 Jahre lang das dritte Rad am Wagen und in der Hackordnung ganz unten. Nach dem Tod der beiden anderen Vorwerkerinnen verfiel Underdog deshalb nicht etwa in Depressionen – ganz im Gegenteil: Die letzten Monate lebte sie total auf und genoss sichtlich das Dasein ohne ständige Drangsal und Hackerei in den Kamm.

Nun, bei einer Lebenserwartung von 6-8 Jahren als mittlerweile „Alte Dame“, hat Underdog sichtlich keine Lust auf Veränderungen (allein schon diese Zäune…!) und ignoriert die jungen Wilden soweit es irgend geht. Wir gestehen ihr das Privileg zu, als einzige den gesamten Garten zum Flanieren und Picken zu nutzen – die Jugend bleibt im umzäunten Bereich:

Kurz bevor die „Barni‘s“ kamen, rief eine Freundin an, ob wir ihre Araucanerin namens Nandu für „ein paar Monate“ in Pflege nehmen könnten. Diese wurde wochenlang von einem Hahn misshandelt, was man dem armen Tier auch ansieht, denn es besitzt nur noch die Hälfte ihres Federkleids:

Nandu ist das mit Abstand reaktionsschnellste, und ich wage zu behaupten auch intelligenteste Huhn, das uns je unterkam. Und darüber hinaus ein Koordinationswunder, denn diese Federputz-Verrenkung schafft sie sogar einbeinig, am Beweis-Foto arbeite ich:

Allerdings wird Nandu zum Tier, wenn wir uns mit irgendeinem anderen Huhn beschäftigen – das nennt man wohl eifersüchtig. Dann hilft nur noch die Flucht:

Oder sie quäkt in derartig schrägen Tönen, dass Underdog vom nahen Paradies träumt:

Weshalb wir sie bislang vornehmlich hinter Gittern halten, jedoch in unmittelbarer Nachbarschaft zu ihren Artgenossen. Datt wird schon, ist das Motto.

Abends ist im Hühnergarten die entspannteste Stimmung. Es wird in aller Ruhe der Tag reflektiert, in den letzten Sonnenstrahlen gedöst, und bald fallen schon die Augen zu. Wie heißt es doch so schön? Wenn alle Menschen mit den Hühnern zu Bett gehen würden,  wäre die Welt eine bessere.

Nachtrag: Gerade erreicht mich dieses Foto einer Blogleserin 😉 :

So sind sie, die Barnevelder…

 

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