19. August: Lost in Noirmoutiers Marais Salants…

Die Insel Noirmoutier hat zwei große Alleinstellungsmerkmale. Das eine besuche ich heute Vormittag: Die MARAIS SALANTS. Diese sind im Prinzip nichts Besonderes, denn „Salzgärten“, in denen Meersalz gewonnen wird, gibt es an vielen Stellen der französischen Atlantik- und Mittelmeerküste. Ein Blick auf die Karte zeigt Genaueres:

Wir sehen hier die nördliche Hälfte von Noirmoutier. Die Marais Salants sind als menschengemachtes Flachland von ca. 17 Quadratkilometern Größe zwischen dem felsigen Norden (mit dem Hauptort Noirmoutier-en-Île) und den südlich gelegenen Orten L‘Épine und La Guénière klar zu unterscheiden. Der Knüller ist, daß es sich ursprünglich um zwei Inseln handelte, die durch einen Meeresarm – die heutigen Marais Salants – getrennt waren. Bis zum 7. Jahrhundert zumindest. Im Westen hatte sich der auf der Karte erkennbare Dünengürtel gebildet, und das dahinter gelegene Flachwassergebiet, eine Art Watt, wurde nun von den Menschen in jahrhundertelanger gemeinsamer Arbeit trockengelegt und zu einer riesigen Salzgärten-Landschaft „umgebaut“. Das ist eigentlich reif für ein Unesco Weltkulturerbe – Titel. Aber Meersalz war schon damals ein gefragtes Gut zur Lebensmittelkonservierung, deshalb der Aufstand. Diese Landschaft besteht aus einem anspruchsvollem System von drei deutlich gezeitengeprägten Prielen, die insbesondere zu Springtidenzeiten das frische Salzwasser zu den Salzgärten lenken:

Diese Priele führen an den Salzgärten vorbei (und können „angezapft“ werden), oder sie enden direkt in einem Salzgarten…:

… oder sie enden in einem größeren „Reservoir“-Teich, von dem aus das Meerwasser in mageren Zeiten über die Priele zu den Salzgärten hingeleitet werden kann:

Insgesamt ist das ein viele Quadratkilometer großes System kommunizierender Wasserläufe und – becken, die so angelegt sind, daß das Meerwasser letztlich in den Hunderten von Salzgärten – verlässlich – ankommt:

Hier zirkuliert das Wasser nun durch lauter Kammern bzw. Verdunstungsbecken, wobei der Salzgehalt stark ansteigt, innerhalb eines Sommerhalbjahres von 3% natürlichem Salzgehalt auf 30%. Diese sogenannte Salzsole beginnt nun, Salz am Boden der Verdunstungsbecken auszukristallisieren, welches dann als grobes Meersalz in den Handel kommt, in diesem Fall ungereinigt, Kilopreis € 1,20:

Dieses nutze ich für Eintöpfe/Suppen, wo sich die groben Salzkristalle gut auflösen können. Für das sonntägliche Frühstücksei unserer Hühner nehme ich natürlich das erheblich feinere und teurere  „Fleur de Sel“, die sogenannte „Salzblume“, die sich an der Oberfläche der Salzsole bildet, 250 Gramm € 8.95:

Ihr könnt Euch vorstellen, daß das nur zu Fuß oder per Fahrrad zu nutzende Wegesystem innerhalb der Marais total chaotisch und verwurstelt ist. Die Orientierung ist nach wenigen Windungen und Verzweigungen dahin… ohne Google und Navi würde ich jetzt noch da herumirren… hat aber letztlich ja geklappt, wieder herauszufinden… 😉

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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